Vereinssport an Tasten und Konsolen TSV Neudorf-Bornstein investiert, um sich im Bereich E-Sport aufzustellen

Das Dachgeschoss des Vereinsheims baut der TSV Neudorf-Bornstein jetzt zum "E-Sporthouse" um.

Neudorf-Bornstein. Mit dem rund 123.000 Euro schweren Bau eines eigenen „E-Sporthouses“ schafft der TSV Neudorf-Bornstein die Voraussetzung für den E-Sport als neue Vereinssparte. Damit will der rund 400 Mitglieder starke Verein ein neues zeitgemäßes Angebot schaffen, um neue Mitglieder zu gewinnen. Für ausschließlich im Gaming-Stuhl hockende Computernerds ist das Angebot aber nicht gedacht: Wer im E-Sport-Team des TSV Neudorf-Bornstein zum Beispiel in der SH Oberliga virtuellen Fußball mit der Fußballsimulation „Fifa“ spielen will, muss beim TSV Neuforf-Bornstein oder beim Partnerverein Gettorfer TV parallel auch eine herkömmliche Sportart aktiv betreiben. Weil das Konzept überzeugte, gibt es für den Bau 94.000 Euro Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein, 5000 Euro gibt die Gemeinde dazu, den Rest trägt der Verein selbst.

Dass es Sport sein soll, ein Computerspiel zu spielen, ist für viele Menschen über 40 Jahre eher merkwürdig. Das ging dem TSV-Vorsitzenden Helge Kühl nicht anders, als er vor rund einem Jahr von Jugendlichen erstmals darauf angesprochen wurde, ob der TSV nicht eine E-Sport-Sparte anbieten könnte. Doch der heute 53-Jährige kniete sich in die Materie und ist inzwischen überzeugt, „dass sich E-Sports als Teil der Jugend-, wenn nicht sogar der Gesellschaftskultur festgesetzt hat“. Und geistige Höchstleistung vollbringen Turnierspieler auf alle Fälle.

Vor dem Hintergrund allgemein kräftig sinkender Mitgliederzahlen in den Sportvereinen des Landes, beschloss der TSV Neudorf-Bornstein, sich mit E-Sport-Angeboten vor allem für jüngere Menschen auch künftig attraktiv zu machen. Seit Kurzem laufen die Arbeiten. Im Dachgeschoss des Vereinsheims entstehen auf rund 100 Quadratmetern Fläche ein Raum mit fünf Spielekonsolen und ein Raum mit fünf Gaming-PCs sowie einem sechsten PC für einen Trainer. Aus einer separaten Kommentatoren-Kabine werden die Matches gestreamt – also über das Internet live übertragen – werden können. Zwei Beamer ermöglichen zusätzlich die Live-Übertragung für Zuschauer innerhalb des Vereinsgebäudes.

Rund ein Dreivierteljahr hat der TSV Neuorf-Bornstein geplant. Mit dem neuen Angebot will der Verein Jugendliche aus der Isolation ihrer Zimmer holen und sie dazu bringen, zusammen etwas zu machen, was ihnen Spaß macht. Jede Mannschaft wird einen Trainer bekommen, der speziell im Bereich Medienkompetenz geschult wurde. Neben Fifa will die neue Vereinssparte auch Spiele wie „League of Legends“, „Dotha-2“ oder „Rocketleague“ anbieten. „Aber keine Ego-Shooter“, betont Helge Kühl.

Anfang April möchte der TSV mit einem eigenen Fifa-Team in der SH-Oberliga starten. Schon jetzt können sich Jugendliche ab 14 Jahre dafür qualifizieren. In dem „Fifa-20-Turnier“ dafür kann jeder zunächst von Zuhause aus teilnehmen. Die besten 24 oder 36 werden dann die Endrunde in den Räumen des Offenen Kanals in Kiel ausspielen. Diese Spieler haben auch die Chance, in das SH-Oberliga-Team des TSV aufgenommen zu werden. kst

Wer im Verein mitmachen möchte, egal ob als Spieler, Trainer, Betreuer oder in anderer

Funktion, kann sich per E-Mail unter info@tsvnb.de melden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des TSV unter www.tsvnb.de