Platz für 120 Mietwohnungen

Die Tage des Parkplatzes zwischen Droysenstraße, Waitzstraße und Knooper Weg sind gezählt. Hier entstehen rund 120 Mietwohnungen mit einer Tiefgarage unter dem Wohngebäude und 160 Fahrradstellplätzen. Foto: kae

Der Parkplatz an Droysen- und Waitzstraße weicht einem Bauprojekt

Kiel. Am Ende überwog bei allen Beteiligten die Freude darüber, dass es endlich mit dem Bau von rund 120 Mietwohnungen auf dem bisherigen Parkplatz Droysenstraße/Waitzstraße/Knooper Weg losgehen soll. Die Kritiker des geplanten Bauvorhabens hielten sich bei der aktuellen Sitzung des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook in Grenzen. Einige Bedenken gab es lediglich wegen der bereits gefällten alten Birken und Linden entlang der Waitzstraße und dem Wegfall von zirka 85 öffentlichen und kostenfreien Stellplätzen.

Bereits im Herbst 2015 hatte die Verwaltung den Ortsbeirat darüber informiert, dass die Stadt Kiel dieses Grundstück verkaufen und dort die Schaffung von bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum ermöglichen wolle. Den Zuschlag für den Bau von Geschosswohnungen erhielt vor zwei Jahren die Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG), deren Geschäftsführer Niels Bunzen nun die aktuellen Planungen vorstellte.

Demnach wird das neue Gebäude 60 Zentimeter höher und etwas tiefer als ursprünglich geplant. Diese Vergrößerung resultiert laut Bunzen aus dem Wunsch der Stadt, soviel Wohnraum wie möglich in dieser zentralen Lage zu schaffen. Von den geplanten rund 120 Wohneinheiten erhalten 30 Prozent eine soziale Förderung. Neben Ein-Raum-Appartements und Wohnungen mit ein bis drei Zimmern wird es auch eine Wohngruppe für acht Menschen mit Handicap geben.

Unter dem Gebäude entsteht eine Tiefgarage mit 62 bewirtschafteten Stellplätzen, die auch für Nicht-Mieter zur Verfügung stehen. Zu dem von Niels Bunzen vorgestellten Mobilitätskonzept des Neubaus gehören aber auch 160 Stellplätze für Fahrräder und Lastenräder sowie Abstellmöglichkeiten für Elektro-Autos und Car-Sharing-Fahrzeuge.

Für die acht gefällten Bäume auf dem Gelände versprach Bunzen Ersatz zu schaffen: „Wir werden auf dem Grundstück insgesamt zehn hochwertige Säulen- und Stieleichen pflanzen, die für den Standort sehr gut geeignet sind. Der Grünstreifen an der Waitzstraße selbst bleibt erhalten.“

Die Mitglieder des Ortsbeirats begrüßten das Bauvorhaben inklusive der vorgestellten Planungsanpassungen, bedauerten aber gleichzeitig das lange Verfahren, das einen früheren Baubeginn hinausgezögert hat. Für die kommende Sitzung wollen die Stadtteil-Politiker außerdem einen Antrag vorbereiten, in dem die Stadt aufgefordert wird, Räume für das Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt Kiel (Niki) zu schaffen, das gemeinsam mit der Pflege SH ein eigenes Wohnkonzept in dem Neubau realisieren wollte. Trotz mehrerer Gespräche zwischen Niels Bunzen und der Niki-Vorsitzenden Bärbel Pook im Vorfeld, lässt sich dieses Projekt aus Kostengründen nicht umsetzen.kae