Medaillenjagd in der Wüste

Für ihr eigenes Pferd war die Reise nach Abu Dhabi zu stressend. Darum muss Inka Thun dort mit einem Leih-Pferd für ihre Mannschaft antreten. Foto: CAU / hfrv

Inka Thun reitet bei den Special Olympics World Summer Games in Abu Dhabi

Kiel. Am morgigen Donnerstag, 14. März, beginnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Special Olympics World Summer Games. Das ist die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung. Unter den 7000 Teilnehmenden aus 170 Ländern ist auch die Reiterin Inka Thun von der Kieler Stiftung Drachensee. Sie gehört zum 163 Sportler großen deutschen Team, das an den Weltspielen teilnimmt.

Bereits im Alter von drei Jahren kam Inka Thun bei Ferien auf einem Bauernhof mit Pferden in Kontakt – seit ihrem sechsten Lebensjahr erhält sie Reitunterricht. Bevor sie ihre Leidenschaft für Dressur, Geschicklichkeitsparcours und schließlich Springreiten entdeckte, probierte sie sich im Westernreiten und Tölten aus. „Mein großes Vorbild ist die sechsfache Olympiasiegerin im Dressurreiten Isabell Werth“, sagt Inka Thun. Zu den Special Olympics Deutschland (SOD) kam die 26-Jährige über ihre Tätigkeit bei der Stiftung Drachensee. Dort lernte sie Armin und Wibke Kins vom Pferdesportzentrum Kiel kennen, die das schleswig-holsteinische SO-Team in der Disziplin Reiten trainieren.

Inka Thun nimmt bereits seit 2012 an den SO-Landesspielen und den SOD teil. Sie reitet im höchsten Schwierigkeitsgrad: Level A (Schritt, Trab, Galopp). Seit 2013 trainiert sie zweimal pro Woche auf ihrem eigenen Pferd, dem Holsteinerwallach „Imasing“. Im vergangenen Jahr qualifizierte sie sich bei den SOD in Kiel für die diesjährigen Weltspiele in Abu Dhabi.

Das Thema Inklusion liegt Inka Thun besonders am Herzen, wie sie betont: „Es ist mir wichtig, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen mehr respektiert und sie aktiver in die Gesellschaft eingebunden werden. Leider wird nach wie vor viel zu oft über uns hinweg entschieden. Und das möchte ich ändern.“

Seit März 2017 lässt sie sich am Institut für Inklusive Bildung der Uni Kiel zur Bildungsfachkraft qualifizieren, um später Aufklärungsarbeit für Inklusion an Hoch- oder Fachschulen leisten zu können. In ihrer dreijährigen Qualifikation lernt sie zum Beispiel, welche Rechte Menschen mit Behinderungen haben und wie Bildungsarbeit funktioniert.

Ihre Trainerin Wibke Kins ist zuversichtlich für die Spiele in den Vereinigten Arabischen Emiraten: „Inka hat fokussiert trainiert und ist sehr gut auf die Wettkämpfe vorbereite“, stellt die Trainerin fest.

Bereits seit vergangenem Freitag ist Inka Thun mit ihrer Mannschaft in Abu Dhabi, um sich an das Klima zu gewöhnen, die Kultur des Gastgeberlandes kennenzulernen und mit ihrem Leih-Pferd zu trainieren, das ihr vor Ort zur Verfügung gestellt wird. „Imasing“ musste zu Haus in Kiel bleiben: Der Stress des langen Fluges wäre nichts für ihn gewesen.

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