Arrrrrrrrgh! Kieler Woche 2020 im grünblauen Piraten-Design – Ausstellung im Kieler Rathaus zeigt alle eingereichten Plakatentwürfe

Als „ungewöhnlich, humorvoll und selbstbewusst“ beschreibt die Jury das Design für die Kieler Woche 2020. Foto: Landeshauptstadt Kiel

Ausstellung im Kieler Rathaus zeigt alle eingereichten Plakatentwürfe

Kiel. Anker lichten, Segel setzen, Feiern – so könnte das Motto der Kieler Woche 2020 vom 20. bis 28. Juni lauten. Die 126. Auflage des Segel- und Sommerfestivals präsentiert sich in einem auffälligen und ungewöhnlichen Freibeuter-Design. Der Entwurf des Baseler Grafikers Jiri Oplatek setzte sich im Designwettbewerb gegen zwölf andere Vorschläge durch. Für die Fachjury steht fest: „Diese gestalterische Konzeption stellt formal und inhaltlich einen bisher noch nicht dagewesenen grafischen Ansatz im Kieler-Woche-Design dar.“

Abenteuer, Ausgelassenheit und Freiheit: Für die Jurymitglieder stellen sich diese Begriffe, die die Kieler Woche charakterisieren, beim Betrachten des Siegerentwurfs ein. Weiter heißt es in der Jurybegründung: „Formal überlagern und ergänzen sich geometrische Flächen zu einem detailreichen Formenspiel. Dieses Spiel schafft eine Vielzahl assoziativer Ebenen, die die Verbindung zwischen der Kieler Woche als Sommerfestival und Segelwettbewerb herstellen. Neben der Freibeuter-Assoziation der Gesamterscheinung tauchen sukzessive Segel- und Wellenformen, abstrahierte Bootsklassen aber auch kartografische Elemente auf.“ Das Fazit der Fachjury: „Das Motiv der Kieler Woche 2020 ist ungewöhnlich, humorvoll und selbstbewusst.“

Der Siegerentwurf kommt erstmals seit dem Jahr 2011 wieder aus der Schweiz. Der Grafiker und Designer Jiri Oplatek wurde 1976 im tschechischen Brno geboren. Nach seinem Studium an der Schule für Gestaltung in Basel arbeitete er von 2000 bis 2003 als Grafiker bei „Meissner & Mangold“. 2003 gründete Oplatek in Basel gemeinsam mit Thomas Bircher und Roland John das Büro „Claudiabasel, Grafik + Interaktion“. Nach einer Gastdozentur an der HfG Karlsruhe/ZKM ist Jiri Oplatek seit 2012 an der HGK Basel als Dozent für die Studiengänge Bachelor of Arts in Visueller Kommunikation und Master of Arts in Visueller Kommunikation und Bildforschung tätig.

Das Motiv kommt auf Plakaten und Flaggen ganz groß raus und schmückt zahlreiche Werbeartikel. Wer die Chance erhält, ein eigenes Kieler-Woche-Design zu entwickeln, entscheidet eine Jury. Seit 1959 werden die ausgewählten Designer zu dem renommierten Wettbewerb eingeladen. Die Teilnehmer des Wettbewerbs sind Gäste der Kieler Woche und sammeln an der Förde Eindrücke, die sie anschließend in ihre Entwürfe für das Folgejahr einfließen lassen. Die insgesamt 13 Entwürfe in diesem Jahr stammen neben Jiri Oplatek von Prof. Anna Berkenbusch, Rimini Berlin, Slawek Michalt und Anna Haas.

In der Jury saßen vier Fachjuroren, vier Sachjuroren und eine neunte Jurorin aus der Kieler Bevölkerung. Die Fachgutachter waren Andrew Goldstein, die Designerin Ariane Spanier, Vorjahressieger Daniel Wiesmann sowie der Leiter des Kieler-Woche-Büros Philipp Dornberger. Die Sachgutachter setzten sich zusammen aus Hauke Petersen als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche, Sven Christensen als Geschäftsführer der Point of Sailing Marketing GmbH, Dr. Carsten Krage als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH und Universitätspräsident Prof. Lutz Kipp, Vorsitzender des Kultur- und Wissenschaftssenats der Landeshauptstadt. Verstärkt wurde die Jury zudem von Tania Apenburg vom Beirat für Menschen mit Behinderung.

Wer sich ein Bild von den Entwürfen machen möchte, kann noch bis Freitag, 27. September, die öffentliche Ausstellung im Eingangsbereich des Kieler Rathauses, Eingang Rathausplatz, besuchen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr. Alle Plakatentwürfe gibt’s auch unter www.kieler-woche.de/design