Am Kleinen Kiel vibriert der Bär

Aktuell wird die provisorische Halbinsel im Kleinen Kiel mit Spundwänden eingefasst. Foto: kst

Spezialmaschine versenkt Spundwände

Kiel. Einige Passanten haben sich sicher über die kleine Halbinsel aus Kies gewundert, die Arbeiter des Kleinen Kiel-Kanals sehr sorgfältig in den Kleinen Kiel gebaut haben. Jetzt ist ihr Zweck erkennbar: Sie dient als ausreichend stabile Arbeitsplattform für einen großen Kran und ein ganz besonderes Arbeitsgerät: einen der größten „Mäkler“, der in Deutschland im Einsatz ist, in Verbindung mit dem größten „geführten Vibrationsbären“, der auf dem Markt im Moment zu bekommen ist. Gemeinsam drücken Mäkler und Bär stählerne Spundwand-Bohlen in den Boden – einmal rund ums Ufer der kleinen Halbinsel. Später wird die Insel wieder weg gebuddelt. in dem dann durch die Spundwände abgetrennten Areal wird mit verschiedenen Kies-Schichten und einer Schilf-Bepflanzung ein biologischer Vorfilter für das Wasser entstehen, das den künftigen Kleinen Kiel-Kanal speist. Der Vibrationsbär heißt übrigens wirklich so, auch wenn er kein Fell hat. Das Gerät wird oben auf den senkrecht stehenden Spundwandelementen befestigt und vibriert wie verrückt. Dadurch vibrieren das Spundwandelement und der Boden drumherum sehr stark mit. Der Boden kommt dadurch so sehr in Bewegung, dass er „pseudoflüssig“ wird. Die 1,20 breiten, bis zu 19 Meter langen und bis zu etwa 4,5 Tonnen schweren Stahlelemente versinken darin ohne zusätzlichen Druck, nur durch ihr Eigengewicht. Der „Mäkler“ hat vor allem die Aufgabe, die riesigen Stahlelemente und den Vibrationsbären präzise zu führen. Vibrationsbären können auch lose am Kranhaken baumelnd eingesetzt werden, wenn es nicht so sehr auf Genauigkeit ankommt, aber für den Kleinen Kiel-Kanal soll alles genau passen.

Obwohl sowohl der Mäkler wie auch der Vibrationsbär deutschlandweit echte Besonderheiten sind, kommen sie vom Land, gleich um die Ecke: Von der Firma Hermann Koth, die ihren Sitz in Schieren bei Bad Segeberg hat.kst