Wann geht’s auf die KiWo?

Gefeiert wurde wie hier am Bootshafen trotzdem im vergangenen Jahr – mit Abstand, Hygienekonzept und einer maximalen Anzahl an Besuchern. Foto: Ulf Dahl

Kiel. Im vergangenen September erlebten die Kieler und ihre Besucher eine andere Kieler Woche unter Corona-Bedingungen. Im Mittelpunkt standen viele digitale Angebote, dezentrale Veranstaltungen vor begrenztem Publikum und ein umfangreiches Hygienekonzept. Derzeit entwickeln das Kieler-Woche-Büro, die Segelvereine und viele Partner das Programm für die diesjährige KiWo.

„2020 sind wir neue Wege gegangen und haben wertvolle Erfahrungen gesammelt. Unser Ziel für die Kieler Woche 2021 ist es nun, wieder näher an das ,Original’ heranzukommen. Das heißt: möglichst viele Angebote umsonst, draußen und für alle. Dabei behalten wir die Corona-Entwicklung natürlich genau im Blick“, erklärt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Ob die diesjährige Kieler Woche wie geplant vom 19. bis 27. Juni stattfinden kann, hängt unter anderem mit der Entwicklung des Infektionsgeschehens und dem Fortschreiten der Impftätigkeit zusammen. „Die finale Entscheidung des Termins werden wir Ende März gemeinschaftlich und in Abstimmung mit der Selbstverwaltung treffen. Zu diesem Zeitpunkt wird eine belastbarere Abschätzung der Situation im Juni möglich sein“, so Kämpfer.

Für die Planer steht fest: Falls Eventflächen mit Live-Konzerten und Flanierbereiche nicht möglich sind, muss über eine Absage der Flächen und eventuell auch eine Verlegung der gesamten Kieler Woche gesprochen werden. Bei geringfügigen Einschränkungen – wie beispielsweise einer Höchstzahl an Gästen auf einer Fläche oder einer Verringerung des Angebots – bleibt eine Umsetzung mit gewohntem „Kieler-Woche-Gefühl“ realistisch.

Zudem sollen der seglerische und der sommerfestliche Teil unabhängig voneinander betrachtet werden, da davon auszugehen ist, dass die Anforderungen an ein Sportereignis anders sein werden als für ein Festival. Eine gemeinsame Verlegung der Segelsportveranstaltung und des Sommerfestivals ist nur dann möglich, wenn sich eine Lücke im weltweiten Segelkalender ergibt.

„Durch die Verschiebung zahlreicher internationaler Veranstaltungen und Meisterschaften von 2020 auf dieses Jahr gibt es im Moment keine wirklichen Lücken“, erläutert Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst. „So ist eine mögliche Verschiebung der seglerischen Kieler Woche derzeit kaum eine Option, wenngleich wir die perspektivische Entwicklung des Inzidenzgeschehens und der Verordnungslage natürlich ebenso beobachten wie die Lockerungsszenarien in Deutschland und im Ausland.“

Der Beschlussvorschlag zur Kieler Woche geht am kommenden Mittwoch, 10. Februar, in den Hauptausschuss. Die Vorlage sieht auch vor, bei allen städtischen Flächen und Ständen – außer Promotionständen – in diesem Jahr auf Mieteinnahmen zu verzichten und ausschließlich die Infrastrukturkosten abzurechnen. Um dies umzusetzen, sind zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro nötig.

Geplant ist zudem eine Umstrukturierung der verschiedenen Vergabesysteme der Kieler Woche. Die Überarbeitung der bestehenden Satzungen sowie Beteiligungs- und Vergabemodelle soll langfristig die Beteiligungen für mögliche Partner der Kieler Woche transparenter gestalten und den Kostendruck bei Flächen und Ständen reduzieren.