Von Fischern, Weinbränden und mehr

Die Gastwirtschaft etwa im Jahr 1906 – und in ihren Anfängen als Ausflugslokal. Foto: Sammlung Dr. Dölger

Mielkendorf. „Wenn ich eine alte Kate sehe, dann muss ich auch wissen, was für eine Geschichte dahintersteckt.“ Robert Bartels ist Hobby-Historiker, engagiert im „Geschichtskreis rund um den Russee“ und hat die freie Zeit während des Corona-Lockdowns dazu genutzt, ein Buch zu schreiben – und zwar über eine dieser alten Katen, die Ihlkate am Ihlsee in Mielkendorf, in der Gäste heute griechische Speisen im Restaurant „Athen“ essen.

Bartels hatte schon immer eine Verbindung zu dem Gebäude, er lebt seit 1990 im angrenzenden Russee, das Restaurant kennt er als Gast, die Geschichte dahinter nun auch. „Ich habe viel Energie in die Recherche gesteckt“, erzählt er, „es gibt nur wenig Literatur.“ Nur gesammelte Postkarten hatte der Hobby-Historiker am Anfang, aber „von der Ihlkate geht eine gewisse Faszination aus, es macht Spaß, in die Geschichte einzutauchen, und man freut sich mehr mit jedem weiteren Stück, das man findet.“ Und Spaß und Ausdauer hatte Robert Bartels offensichtlich, denn auf den knapp 80 Seiten von „Die Ihlkate – Geschichten um eine Kate am Ihlsee“ hat er alle Pächter lückenlos erfasst – zurückverfolgt bis ins Jahr 1630.

Dabei handelt das Buch gar nicht nur von der Geschichte einer Gaststätte, berichtet Robert Bartels, „sondern vor allem von der Geschichte der Pächter.“ Und diese Geschichte beginnt mit den Fischern, kaum überraschend bei der Lage des Gebäudes direkt am Ihlsee, später wurde Branntwein hergestellt, und erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Ihlkate mit dem Pächter Fritz Brammer zu einem Ausflugslokal. Aus einem Hauptgebäude besteht die Ihlkate, zwischendurch wurde auch einmal ein Schützenheim für den ansässigen Verein in eine Kiesgrube gebaut, das wurde dann aber für den Bau der Autobahn wieder abgerissen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Ihlkate und die fünf Baracken des Militärlagers außerdem als Kreisflüchtlingslager genutzt. Es herrschten unvorstellbare Zustände, heißt es im Buch. 143 Menschen lebten in den fünf Baracken, darunter waren 33 schulpflichtige Kinder, die in die Schule nach Mielkendorf gingen. „Der ehemalige Mielkendorfer Bürgermeister Johann Peter Nikschtat hat dort auch gewohnt“, weiß Robert Bartels.

Textlastig ist das Buch nicht, Bartels setzt eher auf historische Bilder, Postkarten und Dokumente, die vom spannenden Leben in der Ihlkate und rund um das Gebäude erzählen, von den Menschen, die dort zu Hause oder auch zu Gast waren. „Mit den vielen Bildern möchte ich es natürlich auch spannend für den Leser machen.“chk

Das Buch „Die Ihlkate – Geschichten um eine Kate am Ihlsee“ gibt es für 10 Euro in der Ihlkate, Ihlkatenweg 9 in Mielkendorf und bei Presse Zimmermann, Rendsburger Landstraße 359 in Kiel zu kaufen. Es kann auch direkt bei Robert Bartels unter robert_bartels@freenet.de bestellt werden.