So ähnlich und doch so verschieden

Toni Minge (li.) und Thomas Geyer präsentieren in der Galerie Brennwald ihre Arbeiten, in denen auf die unterschiedlichsten Arten Landschaften dargestellt werden. Foto: Christina Kröger

Doppelausstellung „Related Landscapes“ in der Galerie Brennwald

Kiel. Unter dem Titel „Related Landscapes“ stellen die beiden Künstler Thomas Geyer und Toni Minge aktuell in der Kieler Galerie Brennwald, Feldstraße 133, aus. Ein Thema – die Landschaften – verbindet die Maler, unterschiedlicher könnten ihre Techniken und Bilder jedoch nicht sein.

Alle ausgestellten Werke von Thomas Geyer sind während der Corona-Pandemie entstanden, „haben aber nichts mit dem Thema zu tun“, so der Leipziger Künstler. Landschaften sind in seinen Bildern zu sehen, oft nächtliche Häuser, Bäume, Wiesen, Himmel, Gräser, „Orte, die vom Menschen gestaltet wurden“, erklärt Geyer. Inspiration holt Thomas Geyer sich dabei von realen Orten, er versucht, „viel rauszukommen aus der Stadt“, die Motive werden festgehalten mit dem Smartphone. Das eigentliche Bild sieht dann am Ende aber doch ganz anders aus, genauso wie die Orte sich auch ständig verändern. „Manchmal kann es ein Suchen und Finden sein, und das Bild ist sofort da“, sagt der Künstler, „manchmal verwerfe ich ein Bild auch vollständig.“ Wie genau er sich inspirieren lässt und den Entstehungsprozess möchte Thomas Geyer jedoch nicht verraten. „Das ist wie ein Zauberer, der irgendwann seine Tricks verrät.“

Toni Minge, geboren in der Nähe von Magdeburg, beschäftigt sich in seiner Kunst ebenfalls mit Landschaften – wenn auch ganz anders, viel abstrakter und nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar. Seine Vorlagen sind digital, vergrößert werden sie unscharf, die einzelnen Pixel deutlich sichtbar. Und dann malt er. Jedes vergrößerte Pixel stellt er dar, aus den horizontalen und vertikalen Linien entsteht das fertige Werk. „Der digitale Blick ist vor allem in diesen Zeiten essenziell,“ erklärt Toni Minge. Aber der Blick sei verfälscht, man erkenne Abbilder, die in Wirklichkeit ganz anders aussehen. „Real erkennt man doch viel mehr Details, genauso soll es in meiner Kunst auch sein.“ Von weit weg sehen die Betrachter also die einzelnen größeren Quadrate, die sich zu einem Bild – man erkennt auch hier Bäume, Wiesen oder Häuser, zusammensetzen. Wer ganz nah an das Gemälde geht, erkennt in jedem einzelnen Quadrat jedoch auch die unterschiedlichen Pinselstriche, die Pigmente – viel mehr also, als die digitale Vorlage zeigt, diese „spielt dann auch keine Rolle mehr.“

In der Galerie treffen sowohl die Künstler als auch ihre Werke zum ersten Mal aufeinander – die Besucher erkennen die Ähnlichkeiten in den Motiven und Farben, aber vor allem die Gegensätze in den Techniken. „Ich habe gerne Doppelausstellungen“, erklärt Inhaberin Ute Brennwald. Thomas Geyer hatte bei der Galerie auf sich aufmerksam gemacht, in einer Ausstellung in Leipzig ist Ute Brennwald dann auf Bilder von Toni Minge gestoßen. „Und das passte dann zusammen.“

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 18. Juni immer dienstags bis freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Am heutigen Sonnabend und morgigen Sonntag, 5. und 6. Juni, wird jeweils von 11 bis 16 Uhr ein Wochenendrundgang angeboten, am kommenden Donnerstag, 10. Juni, ab 19 Uhr gibt es ein Zoom-Gespräch mit den Künstlern. Die Finissage wird am 18. Juni ab 17 Uhr gefeiert.chk

Weitere Informationen sowie der Link für das Künstlergespräch stehen auf www.brennwald-galerie.de