Musik, Poesie und Kerzen

Am kommenden Montag wird auch die Gedenkstätte des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Nordmark in Kiel-Russee besucht. Foto: Frank Behling

Aktionen zum Holocaust-Gedenktag rund um den 27. Januar in Kiel und Umgebung

Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Rund um den Gedenktag laden verschiedene Städte und Ortsteile zu Gedenkveranstaltungen ein.

In der Landeshauptstadt Kiel findet die Gedenkveranstaltung am kommenden Montag, 27. Januar, ab 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses, Eingang über Waisenhofstraße, statt. Nach der Begrüßung durch Stadtpräsident Hans-Werner Tovar liest Norbert Aust aus den Radioansprachen von Thomas Mann, mit denen sich der Schriftsteller zwischen 1940 und 1945 über die britische BBC an die Deutschen wandte. Begleitet wird die Lesung von der Hamburger Dramaturgin Dr. Sonja Valentin. Der Eintritt ist frei.

Unter dem Motto „Kein Versbreit den Faschisten“ lädt das Kieler Stadtarchiv bereits für den morgigen Sonntag, 26. Januar, ab 16 Uhr zu einem Poetry Slam in die Pumpe Kiel, Haßstraße 22, ein. Bekannte Slammer präsentieren Texte gegen rechte Hetze und Neonazismus und für kulturelle Vielfalt. Björn Högsdal moderiert. Der Eintritt ist frei.

Ebenfalls am Sonntag wird es ab 10 Uhr in der Citykirche St. Ansgar, Holtenauer Straße 91, ein Gedenk-Gottesdienst anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz geben. Einen weiteren Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Holocausts gibt es am Montag ab 12 Uhr in der Nikolaikirche am Alten Markt.

„Der Flandernbunker leuchtet“ heißt es am Montag von 18 bis 20 Uhr im Flandernbunker, Kiellinie 249 in Kiel. Licht ins Dunkel der deutschen Geschichte bringen – die Idee ging aus vom „Haus der Wannseekonferenz“, dem Ort in Berlin, wo am 20. Januar 1942 die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ detailliert geplant worden war. Der Verein Mahnmal Kilian schließt sich der Aktion des Erinnerns und Mahnens an. Der Flandernbunker wird besonders beleuchtet sein, unterstützt von allen, die eigene Lichter mitbringen. Der Eintritt ist frei. Am Dienstag, 28. Januar, geht es ab 19 Uhr dann auf „Eine Spurensuche: Populäre Musik jüdischer Musiker“. Sören Krusemark, Nis Jesse und Ulrike Teigelake präsentieren Melodien, die fast jeder mitsummen kann, weil deren Hintergründe tief in der deutschen Kultur verwurzelt sind. Ihre Schöpfer waren Juden, die ebenso tief in der deutschen Kultur verwurzelt waren. Eintritt frei, Spenden erbeten.

Die SPD-Ortsvereine Russee-Hammer und Hassee rufen für Montag dazu auf, gemeinsam Grablichter am Arbeitserziehungslager Nordmark aufzustellen. Der Treffpunkt ist um 17 Uhr am Gedenkstein an der Bushaltestelle Strucksdiek, stadteinwärts an der Rendsburger Landstraße. Von dort aus werden die Gedenksteine gemeinsam besucht.

Anlässlich des Shoah-Gedenktages laden auch die Förde-Volkshochschule, die Gemeinde Altenholz und die Kirchengemeinde Altenholz zu einem Jüdischen Kulturabend für den heutigen Sonnabend, 25. Januar, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Eivind-Berggrav-Zentrum, Otpreußenplatz 1 in Altenholz-Stift. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgt die Gruppe „Gofenberg & Chor“ aus Berlin unter der Leitung von Jossif Gofenberg. Der Chor vereint jüdische und nicht jüdische Musiker. Der Eintritt ist frei.

Die Kirchengemeinde Gaarden lädt für Dienstag, 28. Januar, ab 16 Uhr zu einem Gespräch mit dem Historiker Dr. Stephan Linck ins Gemeindehaus der St. Johanneskirche, Schulstraße 30 in Kiel-Gaarden ein. Dieser blickt zurück auf das Jahr 1945 in Norddeutschland und beleuchtet die letzten Monate des NS-Staates und die ersten der Besatzungszeit.

Auch die Stadt Lütjenburg lädt für Montag ab 16 Uhr zu einer Gedenkfeier am Gedenkstein am Ehrenmal Vogelberg in Lütjenburg ein. Der Gedenkstein wurde 2006 aufgestellt, um der vielen unschuldigen Menschen zu gedenken, die in Lütjenburg und Umgebung unter der nationalsozialistischen Diktatur gelitten haben. Die Ansprache hält Thorsten Först, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Stadtvertretung der Stadt Lütjenburg.