Mumien, Flüsse und viel Tanzen

Kniffel, "Stadt, Land, Fluss" und Co. lassen sich leicht zu Hause spielen – mit ganz wenig Material.

Gesellschaftsspiele erleben in Corona-Zeiten ein Comeback

Kiel. Die Lage in Deutschland ändert sich aufgrund der aktuellen Pandemie beinahe stündlich. Sicher ist aber: Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein bleiben noch eine Weile geschlossen, und auch sonst müssen sich die Menschen weltweit in Verzicht üben, wenn das öffentliche Leben nicht mehr stattfindet. Gerade Familien mit Kindern müssen sich daher etwas einfallen lassen, wir sie die Kleinen zu Hause bespaßen können und möglichst auch sich selbst bei Laune halten. Wie wäre es also mit einem guten alten Gesellschaftsspiel? Die Klassiker lassen sich teilweise schon mit Stift und Papier spielen.

„Stadt, Land, Fluss“ zum Beispiel ist denkbar einfach – sowohl was die Ausstattung als auch was die Regeln angeht. Das Spiel ist vielleicht eher was für Kinder ab der Grundschule, denn zumindest schreiben können sollten alle Mitspieler. Die Regeln sind aber schnell erklärt. Neben den Kategorien Stadt, Land und Fluss können sich die Teilnehmer noch andere ausdenken. Beliebt sind zum Beispiel Berufe, Speisen, Namen oder Tiere. Jeder Mitspieler bekommt Zettel und Stift mit den Rubriken, dann wird ein Buchstabe des Alphabets gewählt. Nun gilt es, für jede Kategorie einen passenden Begriff mit dem gewählten Anfangsbuchstaben zu finden. Wer als erster fertig ist, ruft „Stopp“, und niemand darf mehr schreiben, dann geht es an die Punkte: 20, wenn man als einziger ein Wort in der Kategorie gefunden hat, zehn Punkte, wenn es verschiedene Begriffe in der Rubrik gibt, und fünf Punkte gibt es, wenn die Wörter gleich sind.

Übrigens: Wenn nur Erwachsene miteinander spielen, sind Kategorien wie Schimpfwörter oder Scheidungsgründe auch sehr beliebt – und zurzeit finden viele Spieler sicherlich auch Begriffe für „Toilettenpapiermarken“.

Ein weiterer einfacher Spieleklassiker ist Kniffel. Auch hier braucht es einen Stift sowie fünf Würfel, einen Würfelbecher und die Kniffel-Vorlage, die unter dem Stichwort „Kniffel“ sehr schnell im Internet zu finden ist. Und dann geht es um eine möglichst hohe Punktezahl, wenn um Kleine und Große Straßen, Volle Häuser oder einen „Kniffel“ gewürfelt wird.

Ein Klassiker, der vor allem mit jüngeren Kindern wirklich immer geht, ist natürlich „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Aber auch Erwachsene können sicher daran Spaß haben. Und wie sieht es eigentlich mit der Bewegung zu Hause aus, vor allem jetzt, da Kinderspielplätze auch offiziell nicht mehr besucht werden dürfen? Auch da gibt’s Spiele, die zumindest einige Leser auch noch aus ihrer Kindheit kennen sollten. Stopp-Tanzen zum Beispiel, um die Kinder ein bisschen auszupowern auch ohne das Toben draußen. Einfach die Lieblingsmusik einschalten, die Kleinen – und die Großen – tanzen lassen, und wenn die Musik mitten im Lied ausgeht, darf sich niemand mehr bewegen. Wer es doch tut, scheidet aus.

Wer den Kieler Express übrigens nicht nur zum Lesen und zum Bio-Abfall-Einwickeln benutzen möchte, kann ihn auch fürs Zeitungs-Tanzen zu Hause nutzen. Jeder tanzt für sich – vor allem in Corona-Zeiten – zunächst auf der Doppelseite einer Zeitung und darf den nicht bedeckten Boden dabei nicht berühren. Nach jedem Stopp der Musik wird die Zeitung einmal in der Mitte gefaltet. Wer sich am Ende noch auf dem kleinen Stück halten kann, hat das Spiel gewonnen.

Eine Beschäftigung für alle, die vielleicht gerade zu viel Toilettenpapier zu Hause haben, gibt es auch noch: Beim Mumienspiel gewinnt das Paar, das einen von ihnen schneller in eine Rolle Toilettenpapier eingewickelt hat. chk