Mit dem Internet ins Museum

Alle Museen sind geschlossen, doch einige Einrichtungen, wie das U-Boot in Laboe kann man auch in einem virtuellen Rundgang von zu Hause aus erkunden. Foto: kst

Kiel. Das öffentliche Leben liegt derzeit fast brach. Museen haben geschlossen, genau wie andere öffentliche Einrichtungen. Und das gerade jetzt, wenn das Wetter draußen schöner wird und die Schulen geschlossen sind. Rundgänge gibt es aber nicht nur live vor Ort: Einige Einrichtungen können auch besucht werden, obwohl sie geschlossen sind oder man vielleicht selbst zwei Wochen die Wohnung nicht verlassen soll – in virtuellen Rundgängen.

Das Aquarium des Geomars an der Kiellinie gibt auf kleinem Raum – oder eben in den heimischen Wohnzimmern – einen Eindruck von der Vielfalt der Meeresbewohner. 15 Schaubecken mit 500 bis 14.000 Litern sind an verschiedene Kreislaufsysteme für die Wasseraufbereitung angeschlossen. Im Internet können Besucher einen Blick ins Museum und hinter die Kulissen werfen und unter anderem erfahren, wie die Schaubecken und Aquarien betrieben werden. Der Rundgang kann online unter www.aquarium-geomar.de/rundgang gestartet werden.

Und auch wer Eckernförde einen Besuch abstatten möchte, sei es dem Museum, der Stadthalle oder der St.-Nicolai-Kirche, kann dies online unter www.eckernfoerde-panorama.de/eckernfoerde-innenstadt tun. In der Sonderausstellung des Museums ist beispielsweise gerade Hansjörg Schneider und die „Transformation einer Postkarte“ zu sehen. Laufend gibt es zudem Informationen zur Eckernförder Stadtgeschichte und zum „Leben damals“, genauso wie die historische Modellbahnanlage, die die Bahnhofsanlagen von Eckernförde aus dem Jahr 1951 zeigt.

Wer andere Attraktionen in Schleswig-Holstein virtuell besuchen möchte, wird auf der Seite www.rundgang.sh/rundgaenge/ fündig. So können sich Besucher auf die „U 995“ in Laboe begeben oder sich die St.-Nikolai-Kirche am Alten Markt in Kiel nach Hause holen. Auch die Hermann-Ehlers-Akademie oder das Schloss Gottorf gehören zum Programm der digitalen Rundgänge.

Und wenn man schon mal dabei ist und verschiedene Museen von zu Hause aus besucht, warum dann nicht auch international? Behilflich dabei ist Google und eine ähnliche Funktion wie Street View. Unter www.googleartproject.com/de eröffnet sich dem Betrachter eine große Bandbreite an internationalen Museen und ihren Ausstellungen. Auf der Webseite kann der Nutzer unter dem Reiter „Sammlungen“ nach den berühmtesten kulturellen Einrichtungen der Welt suchen. Dafür einfach ein Museum auswählen, und bei vielen ist dann gleich auf der Startseite das kleine gelbe Männchen zu entdecken, das bei Google Maps darauf hinweist, dass die Gegend mit Street View erkundet werden kann.

In den Niederladen kann sich der „Besucher“ zum Beispiel durch das Van-Gogh-Museum in Amsterdam klicken und so ganz nah dran sein am Selbstporträt oder den Sonnenblumen. In London geht’s in The National Gallery und dort zu den Werken von Titian, Paul Cézanne oder Peter Paul Rubens. Weiter geht es in die Sammlungen von Museen in New York, Washington, Madrid, Paris, Seoul, Sydney oder Toronto. Und wem die Bildung dabei ein wenig zu kurz kommt und auch noch ein bisschen was von zu Hause aus lernen möchte: Neben den virtuellen Rundgängen sind zu den einzelnen Museen zudem „Geschichten“ hinterlegt, die eine oder mehrere Online-Ausstellungen mit Erklärungen zu den Bildern geben.chk