Luftreinhalteplan für Kiel steht

Bereits im Februar 2019 testete die Stadt Kiel eine Luftfilteranlage des Herstellers Purevento am Theodor-Heuss-Ring. Foto: kst

Kiel. Ein Diesel-Fahrverbot in einem Bereich des Theodor-Heuss-Rings in Kiel wird voraussichtlich nicht nötig werden. Davon gehen das Umweltministerium des Landes und die Stadt Kiel aus. Sie haben sich auf einen Luftreinhalteplan geeinigt, der jetzt in Kraft getreten ist.

Betroffen ist ein rund 200 Meter langer Bereich des Theodor-Heuss-Rings in Fahrtrichtung Eckernförde vor dem Waldwiesenkreisel. In diesem Bereich steht das Messgerät, das seit Jahren zu hohe Stickoxid-Werte in der Luft meldet. Die Deutsche Umwelthilfe (DHU) hat wegen dieser Messwerte gegen die Stadt Kiel geklagt und Diesel-Fahrverbote im Stadtgebiet gefordert. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel. Das Diesel-Fahrverbot, um das es aktuell geht, würde Diesel-Pkw der Euronorm-Klassen 1 bis 5 betreffen, die in diesem Bereich des Theodor-Heuss-Rings in Richtung Eckernförde unterwegs sind.

Um die Messwerte in dem Bereich zu senken, setzt die Stadt seit Ostern 2019 verstärkt auf Maßnahmen, die die Zahl der Fahrzeuge dort verringern sollen: Lkw vom Schwedenkai und Norwegenkai werden in Richtung Süden so umgeleitet, dass sie auf ihrem Weg zur Autobahn beziehungsweise zur Hamburger Chaussee nicht mehr den Theodor-Heuss-Ring nutzen. Die Bahnhofstraße wurde für Lkw in Richtung Theodor-Heuss-Ring gesperrt. Außerdem sind die kleineren Seitenstraßen in der Nähe der Messstation durch Sperren vom Theodor-Heuss-Ring abgetrennt worden. Zusätzlich wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit in dem Abschnitt von vorher 70 km/h auf 50 km/h reduziert.

Als nächste Maßnahme zur Luftreinhaltung betrachten Umweltministerium und Stadt die Einrichtung einer Baustelle: Voraussichtlich von Ostern bis Herbst 2020 sollen das Brückenbauwerk am Barkauer Kreuz, der sogenannte „Überflieger“ und die Wände unter dem Waldwiesenkreisel saniert werden. In dem Bereich wird während dieser Zeit die rechte Fahrspur des Theodor-Heuss-Rings in Richtung Eckernförde gesperrt. Auch der „Überflieger“ wird während dieses halben Jahres gesperrt. Wenn sich genügend viele Autofahrer von den dadurch verursachten Behinderungen abschrecken lassen und deshalb andere Wege oder Fortbewegungsmethoden suchen, sollte dadurch die Stickoxid-Belastung am Messgerät weiter sinken.

Nach dem Ende der Baustelle, voraussichtlich ab Herbst 2020, sollen dann Absauganlagen den wegfallenden Effekt der Baustelle ausgleichen. Im April 2019 hatte die Stadt Kiel eine solche Anlage des Anbieters Purevento bereits getestet. Infrage kommen aber auch andere Anbieter von Filteranlagen. Über eine Ausschreibung wird die Stadt Kiel in nächster Zeit das Unternehmen bestimmen, das ab Herbst dieses Jahres seine Anlagen in dem 200-Meter-Abschnitt des Theodor-Heuss-Rings aufstellen wird. 

Sollten all diese Maßnahmen entgegen den Erwartungen doch nicht reichen, den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter dauerhaft zu unterschreiten, sieht der Luftreinhalteplan noch eine zusätzliche Maßnahme vor: die Sperrung der Abfahrt zum Waldwiesenkreisel. kst