„Kunstwerk Carlshütte“ lebt wieder

Noch bis zum 10. Oktober sind die Gießereihallen, die Wagenremise und das Freigelände der NordArt wieder für Besucher geöffnet. Foto: Marco Erhardt

Die NordArt in Büdelsdorf hat zum 22. Mal ihre Tore geöffnet

Büdelsdorf. Getreu dem Motto „Einen zweiten Sommer ohne Kunst soll es nicht geben“ hat in dieser Woche die NordArt 2021 in Büdelsdorf eröffnet. Bis zum 10. Oktober bietet sie auf dem Gelände und in den Hallen der ehemaligen Carlshütte endlich wieder die Gelegenheit, auf Weltreise durch die Kunst zu gehen. Damit alles coronaconform ablaufen kann, gehört zum Konzept dieser mittlerweile 22. NordArt ein neues Online-Ticketing-System, das die Besucherströme so verteilt, dass möglichst alle Kunstfans die Ausstellung in den 22.000 Quadratmeter großen alten Gießereihallen, der ACO Wagenremise und im rund 80.000 Quadratmeter großen Park in Ruhe genießen können.

Seit ihrer Gründung 1999 hat sich die NordArt zu einer der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa gemausert. Die Zwangspause 2020, sagt Chefkurator Wolfgang Gramm, habe eindrucksvoll vor Augen geführt, wie unverzichtbar Kunst und Künstler für Geist und Seele, für das menschliche Zusammenleben seien. Deshalb erzähle das Kunstwerk Carlshütte seine Geschichte nun weiter, brenne geradezu darauf, die Hallen und den Skulpturenpark wieder mit Leben zu füllen.

Die NordArt 2021 nimmt natürlich das Drehbuch des Vorjahres auf, viele der geplanten Projekte sind aber aktualisiert worden und neue Ideen dazugekommen. Ein Kernthema ist die Auseinandersetzung mit unseren ethischen Grundsätzen und die Suche nach Wegen, um verloren gegangene Werte in die Moderne zu retten. Der diesjährige Länderfokus der NordArt liegt auf der zeitgenössischen Kunst in der Ukraine. Die Kuratoren des Ukrainischen Pavillons sind Evgen Karas und Darina Momot aus Kiew. Sie präsentieren unter dem Ausstellungstitel „Die Grenzen der Realität“ Arbeiten von 22 ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern und das „A4 ballpoint project“. Auch die Sonderausstellung „Identität – Zeitgenössische Kunst aus Zentralasien“, die Malerei aus Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan zeigt, nimmt die Suche nach Orientierung in den Fokus.

In der ACO Wagenremise wird es fantastisch, dort sind teils realistische, teils tierische menschliche Wesen eingezogen. Eine Welt voller mythologischer, politischer, ironischer Anspielungen. Ein Wiedersehen gibt es mit allen Preisträgern der NordArt 2019. Dazu gehören die drei Publikumspreisträger David Černý aus der Tschechischen Republik, Deng Guoyuan aus China und Xi Jianjun aus Großbritannien sowie Ochirbold Ayurzana aus der Mongolei – Preisträger des von Hans-Julius und Johanna Ahlmann gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten NordArt-Preises.

Auch virtuell ist die NordArt zu erleben. Auf dem NordArt-Youtube-Kanal oder auch bei virtuellen Rundgängen, die über die Webseite der Ausstellung zu erreichen sind.

Die NordArt zählt in jeder Saison mehr als 100.000 Besucher. Kuratoren der NordArt sind Wolfgang Gramm und Inga Aru. Gastgeber im Kunstwerk Carlshütte ist das Unternehmerehepaar Hans-Julius und Johanna Ahlmann.

Kunstwerk Carlshütte,Vorwerksallee, Büdelsdorf. Öffnungszeiten: Di-So 11-19 Uhr. Aktuelle Besucherinfos und Tickets gibt es unter www.nordart.de oder unter Tel. 04331/354695