Keine Schnauze für neuen Virus

Entwarnung für Tierhalter: Haustiere spielen offenbar keine Rolle bei der Übertragung von Coronaviren. Foto: Sabrina Böhm

Veterinärämter in der Region Kiel haben keine Hinweise auf SARS-CoV-2-Fälle bei Haustieren

Kiel. Seit 14. Juli dieses Jahres gibt es eine Meldepflicht für Heim- und Nutztiere, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Müssen Tierhalter ihre Katzen und Hunde nun testen lassen? Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr wirklich?

Grund für die Meldepflicht sind Studien, die belegen, dass insbesondere Katzen und Frettchen sich mit dem neuartigen Corona-Virus infizieren können. Tatsächlich scheint es aktuell aber kein relevantes Übertragungsrisiko zu geben. Weltweit gibt es nur wenige Fälle, bei denen der neuartige Coronavirus bei Haustieren nachgewiesen wurde. Bei den Veterinärämtern in Kiel, im Kreis Rendsburg-Eckernförde und Plön gibt es aktuell keine registrierten positiven Fälle von SARS-CoV-2 bei Haustieren.

„Zu beachten ist, dass es eine Vielzahl von Corona-Viren gibt“, erklärt Dr. med. vet. Saskia Görgler, Tierärztin in Friedrichsort. Bei Katzen trete zum Beispiel häufig die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auf. Doch der aktuelle Corona-Virus SARS-CoV-2 ist davon klar zu unterscheiden, dieser ist vorwiegend über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragbar. „Haustiere spielen bei der Verbreitung daher nach heutigem Erkenntnisstand keine Rolle“, so Görgler. Es gebe auch keine konkreten Symptome, auf die Tierhalter achten müssen. Die infizierten Frettchen in den Studien waren sogar symptomlos, so Görgler.

Tiere können den Virus unter gewissen Umständen bekommen, tragen diesen aber vermutlich nicht weiter, so das Friedrich-Löffler-Institut. Bisher gebe es keine Hinweise, dass Haustiere Menschen angesteckt hätten. Dies könnte daran liegen, so das Institut, dass infizierte Tiere das Virus nicht in einer Menge oder in einer Art und Weise ausscheiden, dass sie für Menschen zu einer Infektionsquelle werden. Tierhalter, die selbst positiv auf den neuen Coronavirus getestet wurden, sollten allerdings auch im Umgang mit ihrem Tier auf die Hygieneregeln achten sowie engen Körperkontakt mit dem Tier vermeiden, empfiehlt das Friedrich-Löffler-Institut. Wer sich in Quarantäne oder häuslicher Isolation befindet, sollte sein Tier wenn möglich auch im Haus lassen. Das Infektionsrisiko geht nicht vom Tier aus, sondern eher vom infizierten Besitzer, der Leine und Tier berührt hat und darüber die Viren übertragen könnte. saa