Innen hui, außen auch bald

Der große, modern ausgestattete Theatersaal ist das Herzstück des Lore & Lay-Theaters. Für „Tussipark“ haben Martina Riese und Thomas Hamann einen Smart auf die Bühne gestellt. Foto: Der große, modern ausgestattete Theatersaal ist das Herzstück des Lore & Lay-Theaters. Für „Tussipark“ haben Martina Riese und Thomas Hamann einen Smart auf die Bühne gestellt. Foto: Jan Köster

Seit gut fünf Monaten läuft der Bühnenbetrieb auf dem Lore & Lay-Theaterfrachter

Kiel. Noch liegt das Theaterschiff des Lore & Lay-Theaters eher unscheinbar am Willi-Brandt-Ufer der Kieler Hörn: Kein Schild zeigt an, dass dort ein Theater zu finden ist. Aber das kommt bald. Und umso größer ist im Moment noch der Überraschungseffekt für die Theatergäste, die zum ersten Mal die Treppe in den ehemaligen Laderaum hinunter gehen. Dort lädt der langgestreckte Bistrobereich mit seinen hohen Tischen, Barhockern, Sitzecken mit Lederbänken und den roten Wänden sofort dazu ein, sich bei einem Kaffee oder Kaltgetränk auf die bevorstehende Vorstellung einzustimmen. Zwei große runde Fenster geben den Blick flach über das Wasser auf die Westseite der Kieler Hörn frei. Hinter der Tür am Ende des Bistros liegt der modern ausgestattete Theatersaal, in dessen stufenweise ansteigenden Sitzreihen rund 200 Zuschauer Platz finden.

Am 16. August 2019 konnten die beiden Theater-Inhaber Martina Riese und Thomas Hamann auf ihrem Schiff mit „Landratten an Bord“ die erste Premiere feiern, seitdem läuft es. Erst vor wenigen Tagen folgte mit „Tussipark“ bereits die dritte Premiere, die Bühne haben Martina Riese und Thomas Hamann gemeinsam mit dem Bühnenbildner Norbert Ziermann für dieses Stück in eine Parkhaus-Etage verwandelt, sogar ein Auto steht drin: Ein echter Smart, der in Einzelteilen an Bord gebracht und dort zusammengesetzt werden musste.

Martina Riese, die beim Lore & Lay-Theater je nach Bedarf Schauspielerin oder Regisseurin oder beides ist, freut sich über die Möglichkeiten, die das neue Theater bietet: „Es ist gigantisch. Einfach toll. Man kann einfach machen“, sagt sie. Dafür sorgt auch die von Martin Witzel mit eingerichtete und betreute Beleuchtungsanlage, die computergesteuert mit modernen Scheinwerfern und Leuchten im gesamten Theatersaal die verschiedensten Lichtstimmungen und Übergänge ermöglicht.

„Ursprünglich haben wir die Größe des Schiffs unterschätzt, aber das kommt uns jetzt zugute“, sagt Martina Riese. Weil das knapp 80 Meter lange und zwölf Meter breite Schiff so geräumig ist, sind auch die Garderobe und Lagerräume für Stühle und Bühnenausstattung direkt auf dem Schiff. Und auch für aufwendige Klima- und Umwelttechnik ist Platz. Zusammen mit Extra-Deckenstrahlern heizt die Anlage die Innenräume des Schiffs, und dass umgekehrt die Klimaanlage die Räume auch an heißen Tagen angenehm kühl halten kann, hat sie schon im August 2019 bewiesen. Ein bisschen stolz ist Thomas Hamann auf die mikrobiologische Kläranlage: In deren großen Kunststofftanks reinigen Mikroorganismen das Schiffs-Abwasser so weit, dass es fast Trinkwasserqualität erreicht und einfach in die Förde geleitet werden kann.

Dass die Zuschauer auf einem Schiff sitzen, merken sie nur, wenn sehr kräftiger Wind über die Förde bläst oder nebenan der Raddampfer „Freya“ manövriert. Dann wackelt es manchmal ein bisschen. Und manchmal erzählt Thomas Hamann den Gästen dann irgendeinen Quatsch von wegen „wir haben uns losgerissen. Letztes Mal sind wir bis Bülk getrieben“ oder so. kst

Infos zum Lore & Lay-Theater und Tickets für das aktuelle Stück „Tussipark“ gibt es im Internet unter https://loreundlay-theater-schiff.de