In Katzheide geht’s voran

Blaues Wasser gibt es in Katzheide noch nicht zu sehen, wohl aber jede Menge blaue Bagger. Die Arbeiten zur Erneuerung des Bades laufen auf Hochtouren. Im Vordergrund des Bildes sind die Treppen zu sehen, die bald ins Edelstahlbecken führen. Foto: Martin Geist

Kiel-Gaarden. „Katzheide Ja!“ – So lautet der Name der Initiative, die das Sommerbad in Gaarden vor dem Aus bewahrt hat. So lautet längst aber auch die Devise bei der Kieler Stadtverwaltung. Die Arbeiten zur Erneuerung der traditionsreichen Freizeiteinrichtung laufen auf vollen Touren, Stück für Stück wächst derzeit das Edelstahlbecken, das für viele Jahrzehnte Haltbarkeit bürgen soll.

Mal eben eine große stählerne Badewanne einsetzen und kurz darauf munter drauflos schwimmen, so einfach geht es nicht. Vielmehr muss das neue Becken für Katzheide aus Hunderten Einzelstücken zusammengesetzt werden. Allein für die Treppenabsätze oder die Umrandungen am Becken sind zahllose Einzelteile nötig, mehr noch als Geduld ist bei dieser Prozedur handwerkliches Können gefordert.

Genau das sieht sich der TÜV Nord in diesen Tagen bei der sogenannten Schweißnahtprüfung an. „Es muss dicht sein“, beschreibt TÜV-Ingenieur Norbert Sieg, worum es geht. Vor Ort wird nach möglichen Schwachstellen gefahndet, indem zum Beispiel die geschweißten Probestücke unter einer Vakuumglocke aus Plexiglas einer Seifenlauge ausgesetzt werden. Bilden sich Bläschen, ist die Naht undicht. Auch Farbe wird laut Norbert Sieg genutzt, um eventuellen Lecks auf die Spur zu kommen. Nicht zuletzt landen die stählernen Testkandidaten außerdem in einem Labor in Hamburg, wo sie noch einmal mit einer speziellen Strahlungstechnik durchleuchtet werden.

Architekt Rüdiger Brause, der schon Regie geführt hat, als das Eiderbad in Hammer mit Edelstahl nachgerüstet wurde, sieht vor diesem Hintergrund eine große Zukunft für Katzheide. „Es gibt Becken, die sehen nach 50 Jahren fast wie neu aus“, erzählt er und fügt hinzu, dass selbst im Lauf der Zeit auftretende schadhafte Stellen nicht tragisch wären: „Die kann man ja schweißen.“

Für die Stahlarbeiten ist die Heidenheimer Bäderbau-Firma Zeller zuständig. Aus Kiel ist außerdem das Unternehmen Baltic Bau dabei. „Die machen von den Erdarbeiten bis zur Rohrverlegung und zum Betonieren fast alles, was sonst zu tun ist“, erläutert Projektleiter Peter Warthenpfuhl.

Dass es nahezu ohne Verzögerung vorangeht, ist ein wichtiger Grund für den erfreulichen Trend bei den Kosten. Der anvisierte Rahmen von 1,5 bis 1,6 Millionen Euro für diesen ersten Bauabschnitt kann laut Warthenpfuhl nach bisherigem Stand eingehalten werden, ganz ähnlich sieht es mit dem Zeitplan aus. Nach einer Zwangspause in der Saison 2019 soll es diesen Sommer weitergehen mit dem Badespaß in Katzheide. Angepeilt für die Wiedereröffnung ist der Juni, wobei es nach Einschätzung des Architekten wahrscheinlich erst gegen Ende des Monats etwas wird. 

Geschwommen werden kann in Gaarden künftig auf zwei 50-Meter- und acht 25-Meter-Bahnen. Einen Sprungturm wird es nicht mehr geben, aber immerhin einen Wasserpilz und zahlreiche Bodensprudler. Das neue etwa 1000 Quadratmeter große Edelstahlbecken wird weitgehend in die Umrandung des bisherigen Schwimmerbeckens eingebaut, ein Planschbecken an der Stelle des ehemaligen Nichtschwimmerbereichs soll in einem zweiten Bauabschnitt kommen. mag