Für schnelle Hilfe im Wald

Im Kreis Segeberg wird auch der Privat- und Kommunalwald mit Rettungspunkten ausgestattet: Landrat Jan-Peter Schröder (v.li.n.re.), Dr. Christian Schadendorf (Leiter der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer) und Peter Seefeldt, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Segeberg bei einem Rettungspunkt im städtischen Ihlwald in Bad Segeberg. Foto: nma

KREIS SEGEBERG. (NMA) 23.200 Hektar Waldfläche hat der Kreis Segeberg. 232 Quadratkilometer ohne feste Adresse. Bei einem Unfall im Wald wissen Rettungskräfte dann oft nicht, wo die Unfallstelle liegt. Die Landesforsten, denen gut drei Viertel der Waldfläche gehören, haben deshalb bereits seit einigen Jahren Rettungspunkte an Waldeingängen installiert. Mit Hilfe der Markierungen können Waldbesucher Rettungskräften bei Unfällen im Forst oder bei Waldbränden eine Orientierung geben. In kommunalen und privaten Wäldern fehlten solche Rettungspunkte bisher. Als Pilotprojekt stattet nun der Kreis Segeberg die nicht-staatlichen Wälder ebenfalls mit Rettungspunkten aus.

In Bad Segeberg am Eingang zum Ihlwald steht einer von etwa 45 der neuen Rettungspunkte. Ein Holzpfahl, knapp zwei Meter hoch, mit rot bemalter Kappe. Daran montiert ist ein Schild mit einem roten Kreuz. Rettungspunkt 2027R10 ist darauf gedruckt – der Code ist individuell. Dazu die Notrufnummer 112. Ein Fußgänger, der hier den Wald betritt und ein paar Hundert Meter weiter einen Verletzten findet oder selbst in Not gerät, kann mit Hilfe des Rettungspunktes Hilfe holen und zur richtigen Stelle im Wald lotsen. „Es könnte aber auch sein, dass ein Feuer im Wald entdeckt wird. Auch das kann über einen Rettungspunkt gemeldet werden“, nennt Hans Jacobs von der Landwirtschaftskammer eine weitere mögliche Verwendung der „Notrufsäulen“ im Wald. Gerade durch die zunehmende Trockenheit steige die Gefahr im Wald, betont Dr. Christian Schadendorf, Leiter der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer. Der Wald ist nicht mehr so widerstandsfähig, trockene Äste können vermehrt herunterfallen – und einen Waldbesucher treffen. Insbesondere nach Sturmschäden.

Rettungspunkte ausweiten

Die Standorte der Rettungspunkte in den Wäldern wurden im Rahmen einer Kartierung von Waldwegen vor mehreren Jahren ausgewählt. Es sind oft Einmündungen in den Wald an größeren Straßen. Während die Rettungspunkte im staatlichen Forst bereits ähnlich lange errichtet sind, scheiterte die Kennzeichnung in den nicht-staatlichen Waldbereichen an der Finanzierung und einer Einigung über die Zuständigkeit. Es gehe nicht nur um das Aufstellen, erklärt Jacobs. Die Punkte müssen auch gewartet werden. An Grundstücksgrenzen würden die Besitzer wahrscheinlich diskutieren, auf wessen Grund der Pfahl nun steht, nennt Peter Seefeldt, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft in Segeberg, einen weiteren Hindernisgrund. „Deshalb ist der Kreis als Träger des Rettungsdienstes bei der Finanzierung eingesprungen“, erklärt Landrat Jan Peter Schröder. Zusammen mit der Landwirtschaftskammer und der Forstbetriebsgemeinschaft wird das Projekt nun umgesetzt. Die Beteiligten hoffen, dass auch andere Kreise im Land dem Beispiel folgen und die Rettungspunkte auf den nicht-staatlichen Forst ausweiten. „Wenn damit nur ein einziges Leben gerettet wird, waren die 4000 Euro eine lohnende Investition“, findet Landrat Schröder.