Fließender Übergang

Simone Distler und Renate Löding präsentieren noch bis zum 4. Oktober ihre Kunst in der Ausstellung „Fließender Übergang“ in der Galerie Brennwald in Kiel. Foto: Marie-Kristin Kielhorn

Malerei und Keramik: Neue Ausstellung in der Galerie Brennwald in Kiel

Kiel. Die großen, hohen Räume der Galerie Brennwald beherbergen zurzeit zwei ganz unterschiedliche, aber doch so harmonierende Künste: Noch bis zum 4. Oktober zeigen Simone Distler und Renate Löding in der Ausstellung „Fließender Übergang“ einen Querschnitt ihrer Malerei und Keramik.

„Ich habe mich für lange Zeit eher mit Blau- und Grüntönen beschäftigt, aber dann kamen auch kalte und warme Rottöne dazu“, erklärt Malerin Simone Distler. Meist malt sie nach Bauchgefühl, und so kann es passieren, dass einige ihrer Bilder auch mal nicht binnen weniger Tage oder Wochen fertig sind, sondern erst nach Jahren. „Oft versteht man erst später, was das Bild eigentlich braucht“, beschreibt die aus Unterfranken stammende Malerin den Prozess. Jahre hat es auch gedauert, ehe sie den Entschluss gefasst hat, das zu machen, was sie immer machen wollte: malen. Nach einer Ausbildung zur Modeschneiderin und langjähriger Tätigkeit in dieser Branche, begann sie vor zehn Jahren ein Studium der Malerei in Halle. „Ich habe gekündigt, weil ich einfach nicht mehr nur nebenbei malen wollte, sondern immer“, erklärt Distler, und an ihrem Strahlen im Gesicht wird deutlich: Das war die richtige Entscheidung. Mit ihrem Diplom in der Tasche wurde sie 2014 noch für zwei Jahre Meisterschülerin von Prof. Ute Pleuger. Nun malt sie in ihrem eigenen Atelier in Sachsen-Anhalt auf dem Land. Mit ihren Bildern, die sie nach dem Malen liegend trocknen lässt, um so mehr Dynamik, Spannung und Effekte entstehen zu lassen, möchte sie seitdem ein ganz besonderes Gefühl beim Betrachter auslösen. „Er soll ruhig länger vor dem Bild stehen und sich nicht direkt verorten, sondern fragen ,Wo bin ich hier?’, danach soll sich das Motiv erst nach und nach entschlüsseln.“

Renate Löding hat mit dem Töpfern begonnen, als ihre Tochter damit in der Schule angefangen hat und Ton brauchte. „Irgendwann erschien mir das ohne Anleitung sinnlos, und ich habe Kurse besucht“, erinnert sich die 79-Jährige. Ihr damaliges Glück: In Neumünster wurde die Stadttöpferei eröffnet, und so töpferte sie 20 Jahre lang im Keramikkreis und hat dabei alles gelernt, was sie heute weiß. Nachdem sie jahrelang mit Steinzeugton gearbeitet hat, stieg sie 2003 auf „Paperclay“, eine Mischung aus Papier, Ton und Wasser, um. Ihre Formen scheinen immer aus der Natur zu kommen, an die genauen Maße und Details will sie sich aber nicht immer halten. Nach dem Töpfern folgt das Brennen: „Beim ersten Brand wird das Papier aus der Masse hinausgebrannt. So entstehen dann die porösen Oberflächen“, erklärt Löding. Anschließend folgt eventuell eine Glasur, ehe der Ton dann für den Hochbrand bei über 1200 Grad noch einmal in den Ofen kommt. „Dann stinkt immer das ganze Haus nach Rauch“, lacht die Neumünsteranerin, die ihre eigene Werkstatt inklusive Ofen im Keller hat. Es sei aber nicht nur eine Werkstatt, sondern eher ein Lagerraum, verrät sie. „Da hat sich in 40 Jahren viel angesammelt. Eigentlich müsste ich auch mal aufhören, aber dann habe ich wieder eine neue Idee und kann es einfach nicht.“kie

Galerie Brennwald, Feldstraße 13, Kiel. Ausstellung: Bis zum 4. Oktober, Mi bis Fr: 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Kieler Ateliertage: 28./29. September: 11 bis 18 Uhr. www.brennwald-kunst.de