Fantastisch fantasievoll

Fantasiegebilde mit langen Extremitäten sind Carbenays Markenzeichen geworden. Foto: Carbenay

Neue Ausstellung in der Galerie Richter

Lütjenburg. In den neu erweiterten Räumlichkeiten der Galerie Richter in Lütjenburg, Niederstraße ist noch bis zum 18. Mai die neue Ausstellung „Pöpötz in der Tiefenebene“ von Christophe Carbenay zu sehen. Eine unstillbare, kindliche Neugierde an der Welt zeichnet seine Kunst aus. Er findet seine Ausdruckskraft in der Linie. Seine Arbeiten sind von einer bestechenden Präzision gekennzeichnet, die seinen Fantasiegeburten heitere, traurige, manchmal gar morbide Züge verleihen. Lange und schmale Oberkörper sowie überlange Extremitäten und Überzeichnungen lassen seine Figuren sehr zart und fragil erscheinen. Zwar findet er in der Natur Anregung, schafft aber immer eine ganz eigene, fantastische Welt, die dem Betrachter viel Interpretationsspielraum lässt und die immer unverwechselbar ist. Durch die Kombination von Miniaturdruck in der Zeichnung entsteht ein Bild im Bild. Es ergibt sich immer wieder ein Überraschungsmoment beim Abnehmen des Blattes von der Druckplatte. So werden die meisten Drucke am Ende zu Unikaten. Mittlerweile kombiniert er seine Zeichnungen mit Radierungen, aquarelliert oder collagiert sie mit Fotos und anderen Fundstücken und macht somit jedes Werk einzigartig. Schon in der Schule hat Carbenay lieber im Unterricht seine eigenen Fantasiegebilde gezeichnet, als sich dem Schulstoff zu widmen. Er kann den ganzen Tag zeichnen und zwar fast alles, was ihm unter die Augen kommt – mal auf Papier, mal auf Metall.