Enten lassen Kinder tanzen

Es geht wieder los: Benjamin Reiners (v.li.), Friedericke Schmidt, Bianca Dahlkemper vom Theater Kiel sowie Jens Gedamke und Heiner Bäck vom Lions Club packten beim Eintüten der Enten mit an. Foto: Marlis Halft

Kiel. Papiertüten statt Plastikbeutel – und bald vielleicht sogar keine Plastikenten mehr: Das 15. Kieler Entenrennen steht im Zeichen des Umbruchs und der Nachhaltigkeit. In der vergangenen Woche trafen sich die Mitglieder der Kieler Lions-Clubs und der Leos in Altenholz, um Badeenten für das Rennen am 10. Mai einzutüten – mit Blick auf die Umwelt. Statt in Druckverschlussbeuteln aus Plastik werden die 10.000 Enten erstmals in Papiertüten für 5 Euro in diversen Geschäften und Apotheken als Los verkauft. Damit reagieren die Lions auf die im vergangenen Jahr häufigere Nachfrage, ob Plastikenten heute noch zeitgemäß seien. „Wir sind an der Sache dran“, sagt Marlis Halft, elf Jahre lang Cheforganisatorin des Wasserspektakels. Die Veranstalter testeten bereits eine Prototyp-Ente aus Bambus. Auch über eine Lösung mit Flüssigholz wird nachgedacht. Der Biowerkstoff gilt als nachhaltige Alternative zum Plastik. Für den Augenblick ist das aber noch Zukunftsmusik.

Doch auch im Hier und Heute gehen die Plastiktierchen nach dem Entenrennen nicht baden. Nach dem großen Abfischen nehmen viele Teilnehmer ihre Badeente mit nach Hause, gelten sie doch durch die jeweils aktuelle Jahreszahl mittlerweile als Sammelobjekt. Andere finden ihren Weg als Bastelmaterial in die Schulen. Rund ein Viertel der Enten geht bei Entenrennen anderer Clubs erneut an den Start. Einige Altenten werden beim Verkauf der 2020er-Losenten kostenlos an Kinder verteilt.

Wenn alle Enten verkauft sind, werden rund 50.000 Euro im Spendentopf sein. In diesem Jahr ist der Erlös für die Akademien am Theater Kiel bestimmt. Die Akademien sind ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein. Aktuell werden rund 350 Kieler Kinder im Kinder- und Jugendchor sowie in der Orchester- und Ballettakademie begleitet und gefördert und stehen regelmäßig mit den Profis des Theaters auf der Bühne. Das Angebot ist für die Kinder und Jugendlichen kostenlos. „Damit schließen wir eine wichtige Lücke“, sagt Generalmusikdirektor Benjamin Reiners. „Die soziale Herkunft der Kinder ist egal – sie können am kulturellen Leben in Kiel teilnehmen.“ Die Akademien werden durch Spenden finanziert, mit dem Geld aus dem Entenrennen ist unter anderem ein gemeinsames Projekt der drei Akademien geplant.

Mit im Boot der Lions sitzt auch die Bäckerei Steiskal, die alljährlich in ihren Filialen für diesen Anlass ein besonderes Entenbackwerk verkauft. Je Backwerk gehen dabei 25 Cent in den Erlöstopf.

Das erste Kieler Entenrennen starteten die sechs Kieler Lions Clubs und der Leo-Club 2006, seitdem ist es zum erfolgreichsten in ganz Deutschland geworden. In bisher 14 Entenrennen kam eine Spendensumme von rund 850.000 Euro zusammen, mit der in jedem Jahr gemeinnützige Projekte zugunsten von Kindern unterstützt wurden. 

Entenrennen, Sonntag, 10. Mai, ab 13.30 Uhr, Kiellinie.