Ein Orden für die Hospizarbeit

Für ihr Engagement für die Hospiz-Initiative Kiel ist deren langjährige Vorsitzende Anne Münchmeier (re.) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Ihre Nachfolgerin ist Dr. Claudia Schmalz, die seit 2019 1. Vorsitzende des Vereins ist. Foto: Jan Köster

Anne Münchmeier ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden

Kiel. Dem Thema Tod und Sterben einen Platz im Bewusstsein der Menschen zu geben und das Sterben als Teil des Lebens zu erkennen, ist für Anne Münchmeier eine echte Herzensangelegenheit, für die sie sich lange Jahre ehrenamtlich engagiert hat. Nun ist die Kleinflintbekerin dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. 

„Anne-Barbara Münchmeier hat die Hospizbewegung in Kiel und in Schleswig-Holstein maßgeblich mitgeprägt. Von 2011 bis 2018 war sie Vorsitzende der Hospiz-Initiative Kiel und hat sich für die ambulante Hospizarbeit für Erwachsene, qualifizierende Kurse für ehrenamtliche Sterbebegleitung, verschiedene Projekte sowie weitere Angebote für unterschiedliche Zielgruppen stark gemacht. Außerdem hat sie sich um Vernetzungen mit Kooperationspartnern, um Aktivitäten im ,Haus der Begegnung’, um die Öffentlichkeitsarbeit sowie um die Organisation der Kieler Hospiz- und Palliativtage gekümmert“, heißt es in der Laudatio zur Auszeichnung. Ministerpräsident Daniel Günther überreichte der Kleinflintbekerin vor wenigen Tagen die Urkunde und steckte ihr den Orden an, den Anne Münchmeier kurz danach auf einer kleinen Feier im Haus der Begegnung, dem Sitz der Hospiz-Initiative Kiel, den Gästen zeigen konnte. „Ist ja schon ein Riesen-Orden“, urteilte die Ausgezeichnete leicht kritisch. 

Auf die Frage, wie sich das anfühlt, das Verdienstkreuz vom Ministerpräsidenten angesteckt zu bekommen, wird die selbstsichere Frau ganz kurz ein ganz kleines bisschen verlegen: „Naja, das braucht’s nicht. Aber nett ist es schon. Es freut mich einerseits für meine Person, aber auch, weil letztlich die Arbeit der Hospiz-Initiative geehrt wird und Wertschätzung erfährt“, sagte Anne Münchmeier am Rande der Feier im Haus der Begegnung. 

Seit 2007 war Anne Münchmeier im Vorstand des Vereins Hospiz-Initiative Kiel. „Anfangs war das ja alles rein ehrenamtlich. Ab 2009 haben wir auch auf Professionalisierung gesetzt und die erste hauptamtliche Stelle geschaffen. Seitdem haben sich die Bereiche der Arbeit vervielfacht, viele neue Angebote sind dazugekommen. Immer bezogen auf die Frage: Wie sterben Menschen, und was brauchen sie und ihre Angehörigen an Trauerbegleitung?“ so Anne Münchmeier. Betroffene bekommen heute innerhalb von zwei Wochen die Möglichkeit für ein erstes Gespräch zur Trauerbegleitung bei der Hospiz-Initiative Kiel. Dank einiger Fördergelder und der immer noch unbedingt notwendigen Spenden sind alle Angebote des Vereins für diejenigen, die sie in Anspruch nehmen, kostenlos.

Seit dem vergangenen Jahr ist Anne Münchmeier offiziell im Ruhestand. Den Vorsitz der Hospiz-Initiative Kiel hat die Medizinerin Dr. Claudia Schmalz übernommen. Für die nahe Zukunft hat sich der Verein vorgenommen, einen weiteren Standort in Kiel zu eröffnen – auf dem Ostufer. Dafür ist die Hospiz-Initiative Kiel derzeit auf der Suche nach barrierefreien Räumen, die mit Büros und multifunktionalen Bereichen für Beratungen, Gespräche und Veranstaltungen geeignet sind. kst

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