Der Körper als Instrument

Die kreativen Köpfe von Instruments of Things machen es möglich, Musik mithilfe von Bewegung zu steuern. Foto: Insruments of Things

„Instruments of Things“ als „Kultur- und Kreativpilot 2020“ ausgezeichnet

Kiel. Mit einer Handbewegung Töne variieren, mit einem Fingerschnippen Klänge erzeugen: Die Musikenthusiasten von „Instruments of Things“ haben Bewegungen und Klänge miteinander verbunden. Dafür wurde das Kieler Start-up nun von der Bundesregierung als „Kultur- und Kreativpilot 2020“ ausgezeichnet.

„Unser Fokus liegt auf neuen Interaktionsmöglichkeiten mit elektronischen Musikinstrumenten“, sagt Henrik Langer, der gemeinsam mit David Knop und Niko Schöning 2018 „Instruments of Things“ gegründet hat. „Wir wollen weg von den klassischen Knöpfen und Reglern.“ Denn bisher sind Künstler, die elektronische Musik produzieren, bei Live-Auftritten an ihre Geräte gebunden. Sie haben so nur wenig Möglichkeiten, zu performen und sich vor Publikum zu präsentieren.

Deshalb hat das Trio Sensoren entwickelt, mit deren Hilfe der Körper selbst zum Instrument wird. Dank kleiner Bewegungssensoren in der Hand, an Armen oder Beinen erzeugen die Musiker durch einfache Bewegungen Synthesizer-Sounds – eine ästhetische und spektakuläre Art, Musik zu machen. Benötigt wird dazu eine kabellose Schnittstelle, die das Dreierteam entwickelt hat. Dank ihr können Instrumente wie modulare Synthesizer mit Smartphones und anderen mobilen Geräten verbunden werden.

Die Bewegungssensoren waren das erste Produkt des an der FH Kiel entstandenen Start-ups. „Dafür haben wir auch Nachfragen aus anderen Bereichen erhalten, zum Beispiel von Performancetänzern“, erklärt David Knop. Er und seine Kollegen sind daher nun dabei, ein ähnliches Produkt zu entwickeln, das nicht nur für Profis, sondern auch für Hobbymusiker geeignet ist.

Nebenbei tüfteln die drei an „IO-Light“. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein kleines Produkt mit Lichtsensoren, das noch im Dezember auf den Markt kommen soll. „Wir können das Umgebungslicht nutzen, um Musik zu steuern“, erklärt Knop. Und auch die andere Richtung funktioniert: Musik wird als Licht wiedergegeben.

Die Auszeichnung bestärke die drei in ihrer Unternehmung, sagt Henrik Langer. „Sie zeigt uns, dass unsere Vision von neuen Interaktionsmöglichkeiten für Medien auch für viele Menschen außerhalb dieses Marktes greifbar ist.“ Verbunden mit der Auszeichnung ist ein einjähriges maßgeschneidertes Mentoring-Programm. „Wir erhalten Unterstützung bei der Entwicklung der Firma“, erzählt David Knop. „Wir bekommen Mittel an die Hand, um uns als Unternehmen öffentlich zu präsentieren.“

Ebenfalls unter den Preisträgern ist das Kieler Start-up „Tricode“: Die FH-Studenten Jonas Reinhardt und Nikita Segal hatten gemeinsam mit dem UKSH in Kiel die App „Statusplus Blutspende“ entwickelt, die wir im Kieler Express bereits vorgestellt hatten. svp

Videos und weitere Infos zu „Instruments of Things“ gibt es in den sozialen Netzwerken und auf www.instrumentsofthings.com