Das Impfteam war willkommen

Als erster Bewohner des Seniorenheims Haus Simeon in Nortorf nahm Lorenz Mergenthaler die Impfung von Impfärztin Merle Brockmann entgegen. Foto: Andre Nagel/Diakonie Altholstein

Nortorf. Nicht alle Menschen sind jetzt vorbehaltlos bereit, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Aber als das mobile Impfteam vor einigen Tagen in die stationäre Seniorenwohnanlage der Diakonie Altholstein „Haus Simeon“ kam, wurde es dort überwiegend schon sehnlich erwartet.

Bereits um 8 Uhr war eine besondere Stimmung zu spüren. Ein freundliches „Guten Morgen“ gab es im Nortorfer Haus wie gewohnt. Doch irgendetwas war anders, aufgeregter als sonst. Denn in wenigen Minuten sollte das dreiköpfige Impfteam eintreffen mit dem heiß ersehnten Impfstoff gegen das Corona-Virus. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde ein Schnelltest durchgeführt und dann konnte es auch schon losgehen.

Die Einrichtungsleiterin Dörthe Schellin hatte die Bewohner in Fünfergruppen eingeteilt und die ausgefüllten Unterlagen lagen parat. „Ja, wir sind vorbereitet, vielleicht sogar etwas überorganisiert“, gab Dörthe Schellin zu. „Aber es soll schließlich auch alles einwandfrei ablaufen.“ Mit dem ersten von zwei Impfterminen erhielten die Bewohner einen Schutz gegen das in der betagteren Altersgruppe besonders gefährliche Virus. „Wir freuen uns, dass sich fast alle Bewohner impfen lassen“, ergänzte sie.

Doch auch mit dieser Impfung dürfe die Vorsicht noch nicht aufhören. „Es ist wichtig, dass konsequent weiterhin die Masken getragen werden und auf den Abstand geachtet wird“, betonte Nadine Ratsch vom Team des Hauses Simeon. Dass es bis zur Normalität noch ein langer Weg ist, wissen die Mitarbeiter und Bewohner.

Als Impfärztin Merle Brockmann für das Personal zusätzliche Fläschchen des Biontech/Pfizer-Impfstoffes nachordert, wird es emotional. Denn damit sind neben 72 Impfungen für die Bewohner auch 70 Impfungen für die Mitarbeiter im Haus Simeon möglich. „Das ist eine große Erleichterung für das ganze Haus und für uns als Träger, dass so viele Mitarbeiter jetzt mitgeimpft werden konnten“, sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Pflege in der Diakonie Altholstein, Benjamin Seidel. „Wenn wir die hohe Bereitschaft des Personals in Nortorf wahrnehmen, sich impfen zu lassen, verstehen wir die aktuelle politische Diskussion zur Impfpflicht von Pflegekräften überhaupt nicht.“

Erster Impfling war der Haus-Simeon-Bewohner Lorenz Mergenthaler. Anschließend rollte er auf seinem E-Scooter wieder zurück in Richtung seines Zimmers. „Haben Sie weitere Fragen?“, erkundigte sich Merle Brockmann noch schnell bei ihm. „Nö!“, gab Lorenz Mergenthaler eine ausführliche norddeutsche Rückmeldung und fuhr davon. Ihrer Erleichterung über die Impfung gab eine andere Bewohnerin Ausdruck: „Für mich ist das ein Lichtblick an diesem doch trüben Tag“ sagte sie.