Ab März ist die Masernimpfung Pflicht

Keine Angst vorm Piksen: Der fünfjährige Jon aus Kiel ist wie die meisten Kindergarten-Kinder umfassend geimpft. Damit die Quote weiter steigt und Masern und andere Kinderkrankheiten ausgerottet werden, greift die Bundesregierung zu strengeren Mitteln: Künftig soll für Eltern eine Impfberatungspflicht gelten, bevor sie ihre Kinder in eine Kindertagesstätte schicken. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte geht noch weiter: Er fordert eine Impfpflicht. Foto: Ulf Dahl

Kiel. Welche Auswirkungen hat es, wenn am 1. März das Bundesmasernschutzgesetz in Kraft tritt, und wen betrifft es? Darüber informiert jetzt die Webseite www.schleswig-holstein.de/impfen des Landes Schleswig-Holstein. Aktuell bereiten Gesundheitsministerium, Bildungsministerium, Gesundheitsämter und Beteiligte im Land die Umsetzung des Bundesgesetzes vor. 

Wenn das Gesetz in Kraft ist, müssen zum Beispiel Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind und in medizinischen Einrichtungen arbeiten, einen Nachweis über zwei Impfungen gegen Masern oder ausreichende Immunität nachweisen. 

In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen müssen sowohl die Kinder, die dort betreut werden, als auch dort tätige Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind, geimpft sein. Kinder müssen ab Vollendung des ersten Lebensjahres mindestens eine Impfung und ab Vollendung des zweiten Lebensjahres zwei Impfungen oder eine ausreichende Immunität nachweisen. Die gleiche Regelung gilt für Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende und Flüchtlinge arbeiten oder seit mindestens vier Wochen dort leben.

Gesundheitsminister Heiner Garg apelliert: „Überprüfen Sie Ihren Impfstatus und den Impfstatus Ihrer Kinder. Unabhängig von den Konsequenzen des Gesetzes gilt: Mit einer Impfung schützen Sie sich und andere vor einer schwerwiegenden Erkrankung. Das muss im Vordergrund stehen. Auch Personen, die noch nicht geimpft werden können, wie zum Beispiel Säuglinge, werden so geschützt.“ 

Wer eine Impfung verweigere, profitiere vom Gemeinschaftsschutz anderer, trage selbst aber nichts dazu bei. Hinzu komme, dass Impfverweigerer auch andere Menschen gefährden, die noch nicht geimpft werden können, zum Beispiel Säuglinge, so das Gesundheitsministerium. Laut Gesetz informieren die jeweiligen Einrichtungen die Gesundheitsämter, wenn geforderte Impfnachweise nicht vorliegen. Die Ämter können die Vorlage nachfordern und können – falls erforderlich – weitere Maßnahmen veranlassen.