Zack, wech mit de Büx

Aus kurzatmigen, übergewichtigen, untrainierten Männern sollen „The mantastic Preetzer Schosterjungs“ werden. Gernot (Ulli Thode, v.li.), Burkhard (Stephan Rieck, Sören (Karsten Behrends) und Norbert (Klaus Schnack) kämpfen gegen Selbstzweifel, Bierbauch und Steifheit in den Gliedern.

Bei der NDB Preetz glänzen die Schauspieler auch mit blanken Backen

Preetz. Und ewig lockt… der nackte Mann. Oder gleich sechs Kerle – naturbelassen und gefühlsecht –, die mit Mut und Verzweiflung einen Ausweg aus ihrer erwerbslosen Schicksalsgemeinschaft suchen – als Stripper. „Barfoot bet an’n Hals – Ladies Night“ steht auf dem Spielplan der Niederdeutschen Bühne Preetz.

„Ich kenne jetzt jeden Erotik-Shop in Kiel“, sagt Stephan Rieck und lacht. Seit fünf Jahren hegte er den Traum, das hinreißend komödiantische Erfolgsstück nach Preetz zu holen. „Sich am Ende des Stückes ausziehen… da haben viele Schauspieler abgesagt“, erzählt Bühnenleiter Manfred Peters. Einem Lehrer wurde die Erlaubnis zum Mitspielen von seinem Arbeitgeber verweigert, ein Pastor fürchtete um das Echo in seiner Gemeinde. „Alle, die jetzt mitspielen, können sich nicht nur anziehen, sondern auch Cordhose und Blaumann fallen lassen“, so Peters.

Die Komödie von Stephen Sinclair und Anthony McCarten (Plattdeutsch von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen nach dem Vorbild des Films „Ganz oder gar nicht“) sorgt landesweit für volle Häuser. „Die Zeiten, in denen man mit Bauernhofkomödien Erfolg hatte, sind vorbei“, sagt Peters. Wieder zeichnet der Kieler Theatermacher Matthias Jaschik verantwortlich für die Regie. Ein Glücksfall, denn der Regisseur geht aufs Ganze, und seine Schauspieler folgen ihm bedingungslos. „Es geht um viel Körperlichkeit und darf nicht überprofessionell wirken“, so Jaschik. „Es sind ja Arbeiter, die hier tanzen. Die Schauspieler mussten lernen: Wie bewegt man sich scheiße.“ Da hilft es auch nicht, dass Burkhard (Stephan Rieck) jammert: „Man, je weniger ik eet, je fetter warr ik!“ Rieck lacht. „Die Charaktere sind uns auf den Leib geschneidert. Ich komme auch nicht an einem Büfett vorbei.“

Und darum geht es: Job im Eimer, Schulden bis über die Ohren – fürwahr kein leichtes Los für Kerle, die schon mal knackig im Leben standen. Alles reduziert sich auf eine Frage: Wo kommt Kohle her? Eine Wahnsinnsidee taucht auf: Männerstrip! Denn ausziehen kann sich jeder, oder? Aber bevor der blanke Hintern zu sehen ist, liegen erst mal die Nerven blank. „Und meine zwischenzeitlich auch“, sagt Rieck. Auf der Suche nach Tangas mit Klippverschlüssen und Pants mit Reißverschluss sei er durch unzählige Erotik-Shops getigert. „Die Verkäuferinnen dachten an eine Ausrede, wenn ich erzählte, ich suche Theaterkleidung.“ Draufdrücken, zack, weg. Auch das Ausziehen will geprobt sein. Hinter der Bühne liegt jetzt die doppelte Menge Tangas. „Damit ja kein Malheur passiert.“ hop

Premiere ist am kommenden Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Preetz, Ihlsol 12. Karten für alle Vorstellungen gibt es online unter www.nbpreetz.de, über das Kartentelefon unter Tel. 0431/26099412, in der Parfümerie des Gesundheitszentrums am Löwen am Markt 10-12 und im Preetzer Serviceladen, Mühlenstraße 9. Weitere Vorstellungen: 2./8./9. Februar, 1./2. März, jeweils 20 Uhr, 3. März mit Kaffee und Kuchen, 15 Uhr.