Deine Tierwelt Logo
wird präsentiert von
Vorwerk Logo

Wie viel Wolf steckt noch im Hund?

Vieles vom Wolf steckt auch noch in modernen Hunden. Foto: PixabayVieles vom Wolf steckt auch noch in modernen Hunden. Foto: Pixabay

Wer einen Hund hat, der lebt – ungeachtet der Größe – sozusagen mit einem Miniwolf zusammen. Trotz Domestikation schlummert uraltes Verhalten seiner Vorfahren in ihm. Der Vierbeiner zeigt uns täglich, wie viel Wolf im Hund steckt.

Geerbtes Verhalten kann nicht abgewöhnt werden

Manches Verhaltenserbe ärgert den Menschen vielleicht. Doch er muss damit leben, denn angeborenes, geerbtes Verhalten ist unabänderlich. Das kann man dem Liebling nicht abgewöhnen. Trostpflaster: Der Wolf im Hund ist meistens halb so wild.

Buddeln macht durchaus Sinn

Frauchen gräbt die Blumenzwiebeln ein, der Hund buddelt sie wieder aus. Und wenn zur Abwechslung mal Herrchen buddelt, dann findet er unter der Erde einen vergammelten Kauknochen. Das hat seinen guten Grund: Der Wolf im Hund hat sich gemeldet. Wölfe vergraben Nahrungsvorräte für schlechte Zeiten. Die Buddelmotorik ist so fest im Hund verankert, dass sie nicht nur beim fressaren Kauknochen auftritt. Übrigens: Auch Hunde ohne Garten verbuddeln Habseligkeiten. Man findet Leckerlis oder Trockenfutter unter Kissen, Teppichen oder unter dem Hundebett.

Gemütlich wird es erst nach dem Kreistreten

Wenn es sich Bello gemütlich macht, legt er sich nicht einfach hin und fängt zu dösen an. Vor dem Nickerchen dreht er sich im Kreis, kratzt am Kissen und scharrt herum, als würde er piekende Steinchen und Äste aus dem Bett befördern. Dieses „Kreistreten“ praktizieren Wölfe, um sich eine saubere, weiche Schlafkuhle zu bereiten. Unserem Hund ist es egal, dass in seinem Bett kein störendes Beiwerk liegt. Der Wolf im Hund sagt: Sicher ist sicher – und so scharrt er munter drauf los.

Geheulter Smalltalk ohne Mond

Für Hundekonzerte brauchen die Vierbeiner keinen Vollmond. Dass sie den Mond anheulen, ist eine hübsche Vorstellung – aber Hunde heulen auch ohne Mond. So verständigen sie sich auf weitere Entfernung mit anderen Hunden. Für Wölfe ist dieser Smalltalk auf Distanz wichtig, um mit dem Rudel Kontakt zu halten. Also heulen sie ihre Botschaften in die weite Natur und sie erhalten natürlich Antwort. Schließlich hat man Manieren und heult höflich zurück.

Der Plüschteddy wird gerne totgeschüttelt

Spielt Euer Hund gerne mit Plüschtieren? Mangels Jagdbeute muss der Teddybär herhalten und der wird gerne kräftig durchgeschüttelt. Falls der Teddy danach eine Not-Operation braucht, sagt der Hundeblick ganz klar: Ich war‘s nicht – das war der Wolf im Hund. Wölfe schütteln ihre Beute so lange bis es mit gebrochenem Genick im Maul hängt. So gesehen: Gut, dass es bei Eurem Hund ein Plüschteddy war.

Das Ausdrucksverhalten stammt vom Wolf

Das gesamte Ausdrucksverhalten mit Lauten, Bewegungen und Körpersignalen stammt von den wilden Verwandten. Umso bewundernswerter ist es, wenn der Wolf im Hund mal besiegt wird: Habt Ihr schon mal Eurem Hund anhaltend in die Augen gestarrt und er hat seinen Blick abgewendet? Glück gehabt, denn Euer fixierender Blick war unter Vierbeinern eine Drohung und das Signal zur Attacke. Bei Euch hat der Hund weggeschaut nach dem Motto „Führe mich nicht in Versuchung“.

Der Jagdtrieb kann zur Gefahr werden

Das Jagen ist für Wölfe und Co. überlebenswichtig und ist – rund 10.000 Jahre nach der Domestikation – noch in den Hunden vorhanden. Das kann aber auch tragisch enden: Alles, was wegläuft, ist für Wolf und Hund Beute. Leider gilt das auch für weglaufende Kinder, Jogger und Radfahrer. Bei einem kleinen Hund hält sich der Schaden in Grenzen, beim großen Hund kann diese Jagd schmerzhaft oder gar tödlich enden. Von klein auf sollte der Jagdtrieb unterdrückt oder umgelenkt werden auf eine andere „Beute“ (z.B. Apportieren des Futter-Dummys). Bei Hunden mit einem starken Jagdtrieb sollte auf Jagdspiele (z.B. Reizangel, Zerrkordel) verzichtet werden. Diese Hunde brauchen eine konsequente Erziehung, damit sie abrufbar sind und Kommandos befolgen. Ein Restrisiko bleibt bei jedem Hund, denn wie gesagt: Geerbtes, angeborenes Verhalten kann nicht abgewöhnt werden.