Der Bunker als Bühne

Felix Zimmer (li.) und Ivan Dentler sind mit einer Szenischen Lesung im Flandernbunker zu erleben. Foto: Jens Rönnau

Theater spielt im Flandernbunker im November eine Hauptrolle

KIEL. Im November wird der Flandernbunker an der Kiellinie 249 in der Kieler Wik nicht nur mehrfach Aufführungsort für das Thespis-Theaterfestival, sondern auch Spielstätte für sieben Theater-Aufführungen im Gedenken an die Pogromnacht 1938. Außerdem ist ein Vortrag mit Film und Musik zu einem bedrohten Volk der Westsahara geplant.

Start ist am 8. November um 19 Uhr mit der Uraufführung der im letzten Jahr verschobenen szenischen Lesung „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor. Die Lesung ist Teil der Veranstaltungen zu 1700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland. Es lesen die Kieler Schauspieler Ivan Dentler und Felix Zimmer. „Adressat unbekannt“ ist gestaltet als Briefwechsel über das Ende der Freundschaft zweier Galeristen in der Zeit des Nationalsozialismus. Zur Premiere am Montag, 8. November, 19 Uhr, spricht der Landesbeauftragter für politische Bildung Dr. Christian Meyer-Heidemann. Weitere Vorstellungen: 11., 17. und 26. November, jeweils um 19 Uhr. Eine Anmeldung per E-Mail an info@Kriegszeugen.de oder Tel. 0431/2606309 ist nötig. Drei Schulen können unter www.politische-bildung.sh zusätzlich Vormittags-Vorstellungen gewinnen.

Am Sonnabend, 13. November, 16 Uhr, startet das diesjährige Thespis-Theaterfestival in polnischer Sprache mit Marcin Bortkiewicz und dem Stück „Satana“ nach Thomas Manns Roman „Dr. Faustus“.

Am Montag, 15. November, 18 Uhr, steht Martin Engler mit  „Die Stimme im Schrank“ auf der Bühne im Bunker. Seine Darstellung geht zurück auf eine Erzählung von Raymond Federmann, der 1928 als Sohn jüdischer Eltern geboren wurde und als einziger seiner Familie der Deportation in ein Nazi-Todeslager entkam, weil seine Mutter ihn in einem Schrank versteckte.

Am Sonnabend, 20. November, ab 16 Uhr, steht unter der Überschrift „Mariem Hassan. Die unbeugsame Stimme (der Westsahara)“ ein Vortrag mit Bildern, Filmen und Musik auf dem Programm. Indem Manuel Dominquez und Zazie Schubert-Wurr das Leben und Wirken der inzwischen verstorbenen Musikerin Mariem Hassan darstellen, erinnern sie an die noch immer ungelösten Probleme in der Westsahara, die Zeit ihres Lebens zu den Themen von Mariem Hassan gehörten.

Anmeldung und Infos unter www.mahnmalkilian.de, Tel. 0431/2606309