Reisetrends: Das sind die „reisereporter Top Places 2020“

Wohin geht die Reise 2020? Hoffentlich an einen der „reisereporter Top Places“. Foto: Schwertner/Patan/Prescovia

Welche Orte müssen 2020 unbedingt auf die To-travel-Liste? Die reisereporter verraten ihre ganz persönlichen zwölf Top-Reiseziele für das kommende Jahr – Städte, Regionen und Länder, die Touristen sehen sollten

Ob Strandurlaub, Aktivurlaub in der Natur oder Städtereise: Unsere Empfehlungen bieten beste Urlaubsinspiration – und zwar für jeden Monat des Jahres.

Januar: Indonesien – Traum für Backpacker und Surfer

Indonesien gehört zu den besten Surfrevieren der Welt und ist ein Traum für Backpacker – das sind nur zwei der Gründe, warum das südostasiatische Land für reisereporterin Leo Bartsch ihr Top Place 2020 ist. Sie ist sich sicher: Hier kann jeder sein ganz persönliches Paradies finden. Auswahl gibt es im weltgrößten Inselstaat mit 17.508 Inseln genug.

Februar: Jordanien – faszinierende Wüste

Stille, Weite, Vielseitigkeit: Das kleine Königreich Jordanien im Mittleren Osten ist der Top Place 2020 von reisereporterin Miriam Keilbach. Da ist zum Beispiel das Wadi Rum: Egal, in welche Richtung man schaut – der Sand leuchtet immer in einer anderen Schattierung. Überall scheinen sich Felsformationen in die Höhe zu recken, dazwischen trotzt der letzte Rest pflanzlichen Lebens der Hitze und Trockenheit der Wüste.

März: Medellín – eine Stadt voller Gegensätze

Medellín ist eine Stadt voller Gegensätze – und das macht sie für reisereporterin Nadine Wolter zu einer der spannendsten Städte und zu ihrem Top Place 2020. Die kolumbianische Millionenmetropole ist laut, hektisch und nicht immer ganz ungefährlich. Dennoch macht die Stadt Spaß. Im Armenviertel Comuna 13, wo einst Kartelle, Paramilitärs und Guerillamilizen das Sagen hatten, bestimmt heute Street-Art das Straßenbild, und Touristen feiern bei Festivals. Seilbahnen und Rolltreppen verbinden entlegenere Viertel mit der Stadt und machen so den Weg frei für eine bessere Zukunft.

April: Granada – Geschichte ist allgegenwärtig

Sie ist eine Stadt mit einer wechselhaften Geschichte, und genau das macht ihren Charme aus: Granada. Für reisereporterin Nathalie Schwertner ist die Stadt in Andalusien deshalb ihr Top Place 2020. In Granada ist Geschichte allgegenwärtig – egal, ob man durch die verwinkelten Gassen des ältesten Viertels Albaicín mit den weiß getünchten Häusern läuft oder das mystische, am Berg gelegene Sacromonte, das traditionelle Viertel der Romabevölkerung, besucht. Für die meisten Reisenden geht aber vor allem von der Alhambra eine beinahe magische Anziehungskraft aus.

Mai: Tel Aviv – pulsierend und lebenshungrig

„Jerusalem betet, Haifa arbeitet, Tel Aviv tanzt“ lautet ein israelisches Sprichwort. Für reisereporterin Jasmin Kreulitsch ist das aber nur eine Facette der Großstadt am Mittelmeer. Das Leben in Tel Aviv ist ein aufregender Mix aus Orient und Okzident, Lazyness und Schnelllebigkeit sowie Freizügigkeit und Orthodoxie. Ja, die politisch angespannte Lage ist allgegenwärtig. Militär prägt das Stadtbild, in Einkaufszentren und Clubs sind Sicherheitskontrollen Normalität. Das ist manchmal anstrengend. Aber das macht auch das Lebensgefühl der Stadt aus. Man lebt intensiver als anderswo, immer im Hier und Jetzt. Junge Israelis hadern nicht lange. Ihr Lebenshunger und ihre Lebenslust sind der Motor der Metropole. Ihre Energie ist überall spürbar.

Juni: Bristol – Geheimtipp im Südwesten Englands

Uni-Standort, Street-Art-Hochburg, Hafenstadt, Food-Paradies – das südenglische Bristol ist so vieles. Für reisereporter Michael Pohl ist es genau aus diesem Grund sein Top Place 2020.

Wie wäre es etwa mit einem Besuch bei der Clifton Suspension Bridge – dem Wahrzeichen der Stadt? Seit 1864 überspannt sie den Avon in 75 Metern Höhe. Der Hafen am Fluss ist heute Kulturviertel und Treffpunkt der Partyszene. Kunst ist dank der lebendigen Street-Art-Szene ohnehin fast überall zu sehen. Kein Wunder: Der berühmte Banksy stammt aus Bristol.

Juli: Schleidörfer – nachhaltig, nah dran, natürlich schön

Nachhaltig, nah dran und natürlich schön: Das sind die Kriterien für einen persönlichen Top Place von reisereporterin Christina Mänz. Die Schlei-Region in Schleswig-Holstein passt da perfekt. Die Schlei ist mit 42 Kilometern Deutschlands längster Ostseefjord. Seit 2018 ist sie als nachhaltiges Reiseziel zertifiziert. Bei einer Rundtour gibt es aber weit mehr zu sehen als urwüchsiges Hügelland und unbebaute Uferabschnitte. Manchmal liegt das Gute einfach nah.

August: Großarl – das Tal der Almen

Über Bäche klettern, Blumen auf den Almwiesen pflücken und Wanderstäbe aus Stöckern schnitzen: Es sind die kleinen Dinge, die einen sommerlichen Aufenthalt in Großarl für reisereporter Marc Herrgott zu etwas Besonderem machen. Von den knapp 40 Almhütten in der Region im Süden des österreichischen Bundeslandes Salzburg bieten sich nicht nur beste Ausblicke auf die Natur. Sie sind auch der richtige Ort, um die Spezialitäten, die sie hervorgebracht hat, zu genießen.

September: Ghana vereint die Vielfalt Afrikas

Für reisereporterin Maike Geißler ist Ghana gewissermaßen ein Spiegelbild ganz Afrikas. Die landschaftliche, kulturelle und ethnische Vielfalt des Kontinents: All das vereint auch das westafrikanische Land am Golf von Guinea in sich. Grüne, fruchtbare Landschaften, das Meer und die Strände im Süden; Seen, Berge und der höchste Wasserfall Westafrikas im Zentrum und die Savanne im Norden – Ghana ist vielfältig. Die weit mehr als 100 Völker Ghanas haben jeweils eigene Sprachen. Und auch in der Hauptstadt Accra wird es nicht langweilig. Ein bisschen Chaos gehört allerdings dazu. Man muss sich nur darauf einlassen wollen.

Oktober: Tasmanien – die Heimat des Teufels

Weiße Sandstrände und türkisfarbenes Wasser wie in der Bay of Fires, dicht bewachsene Wälder wie im South West National Park, spektakuläre Berge wie der Cradle Mountain und weite Seen wie der Lake St. Clair: In Tasmanien gibt es viel zu entdecken. Der perfekte Ort für einen Roadtrip, findet reisereporterin Sabrina Friedrich. Noch ist der südlichste Bundesstaat Australiens bestgehütetes Geheimnis. Nur 1,3 Millionen Reisende kommen jährlich in die Heimat des Tasmanischen Teufels.

November: Mauritius – wo Lebenslust auf Luxus trifft

Erstklassige Hotels und Restaurants, paradiesisch schöne Strände und warmherzige Menschen – für reisereporter Uwe Dulias ist Mauritius sein Top Place 2020. Die Insel im Indischen Ozean ist von einem großen Riff umringt, das nur im Westen einmal unterbrochen ist. Bunt bemalte Häuschen bestimmen das Straßenbild. Menschen verschiedener Kulturen leben friedlich miteinander, zur traditionellen Sega-Musik feiern alle gemeinsam. Außer für Lebenslust steht Mauritius aber auch für Luxus. Und davon gibt es jede Menge. Keine andere Insel bietet so viele Fünf-Sterne-Hotels.

Dezember: Tofino – Aussteigerort auf Vancouver Island

Ob in den Gewässern vor der Küste oder in den Buchten, in den Regenwäldern oder in den Bergen im Hinterland – das Leben in und um Tofino auf Vancouver Island ist einfach und ehrlich. Für reisereporter Luca Pot d’Or ist die kleine Stadt an der Westküste der perfekte Zufluchtsort vor urbaner Hektik. Die kanadische Stadt zählt gerade einmal 2000 Einwohner, außerhalb der Stadtgrenzen lockt das Abenteuer: Hiking auf dem Rainforest Trail, eine Kanutour durch die Clayoquot-Bucht – die Möglichkeiten sind vielfältig.