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Reitausrüstung: Die richtige Reitbekleidung

Foto: Pixabay

Beim Reiten ist es wie beim Motorradfahren: Trägt man die falsche Kleidung, schwitzt man zu viel, friert zu leicht und schlimmstenfalls kann es böse enden.

Sich mal eben barfuß und in kurzer Hose aufs Pferd zu schwingen, mag vielleicht angenehm erscheinen und ein Gefühl von Freiheit suggerieren – doch ist das einen gebrochenen Fuß oder wunde Schenkel wert?

Bei der Reitbekleidung gilt deshalb: Möglichst sicher und gleichzeitig bequem sollte sie sein, dazu im Sommer nicht zu dick und im Winter bloß nicht zu dünn. Hohe Ansprüche also an ein gutes Reitoutfit – und das hat eben auch seinen Preis. Allein die Preisspanne bei Reithelmen reicht von 19,90 Euro bis hin zu den atmungsaktiven Profihelmen für 430 Euro. Doch nur mit dem Helm ist es nicht getan – es fehlen noch Stiefel, eventuell Handschuhe, Reiterweste oder Vliesjacke für den Winter und natürlich die Reithose. Zwar reicht eine Jeans für die ersten Reitstunden, die an der Longe und in ruhigem Tempo stattfinden, meist aus. Doch sobald es in den Trab oder gar Galopp geht, sollten insbesondere Anfänger nicht auf die Reithose verzichten. Sie gibt den sicheren Halt im Sattel und schützt Reiter sowie Pferd vor schmerzhaften Reibungen.

Das absolute Must-have: Ein guter Reithelm

Noch wichtiger als die Hose ist jedoch der Helm. Egal, ob Ihr – oder schlimmstenfalls der Reitlehrer – meint, es handle sich um das ruhigste und sanftmütigste Pferd, das Ihr jemals kennengelernt habt: Einen Sturz kann man trotzdem niemals ausschließen. Denn auch ruhige Pferde können durch die äußeren Gegebenheiten erschreckt werden und durchgehen.

Das essenziellste Utensil der Reitbekleidung ist somit der Helm, der schon beim allerersten Aufsitzen vorhanden sein muss. Hierbei könnt Ihr zwischen der englischen Form (die eine zusätzliche Schutzblende gegen Äste aufweist) oder der Military-Version (ohne Schirm) wählen. Wichtig ist nur, dass der Helm festsitzt, aber den Kopf nicht zu sehr eindrückt, und leicht sowie sicher verschlossen werden kann. Einige Helme – vor allem für Kinder empfehlenswert – lassen sich zusätzlich innen verstellen und können somit genau der Kopfgröße angepasst werden beziehungsweise bei Kindern ‚mitwachsen‘.

Die Reithose: Sicherer Halt im Sattel

Bei der Hosenwahl solltet Ihr ebenfalls darauf achten, dass diese perfekt sitzt. Ist sie zu locker, könnte sie beim Reiten rutschen. Ist sie allerdings zu eng, kann dies natürlich einerseits schmerzhaft drücken, andererseits habt Ihr bei frostigen Temperaturen nicht die Möglichkeit, spontan eine lange Unterhose oder Strumpfhose drunterzuziehen (sofern Ihr Euch nicht eine extra Thermoreithose für die Wintertage zulegen möchtet).

Doch was ist neben der Passform ausschlaggebend?

Die wichtigsten Indizien für die Qualität der Hose sind der sogenannte Besatz und die Position der Nähte. Letztere sollten keinesfalls an den Innenschenkeln liegen, da sie sonst unangenehm drücken. Mit Besatz hingegen meint man die Leder- oder Kunststoffapplikationen der Knie- und Schenkelpartie. Diese sollten nicht zu steif aber fest genug sein, damit die Beine nicht am Sattel aufscheuern und natürlich soll der Besatz für den richtigen Halt sorgen – sind die Applikationsstellen zu weich oder glatt, könnten sie sogar das Gegenteil bewirken und der Ritt wird zur Rutschpartie.

Reitstiefel: Für jedes Wetter gewappnet

Der richtige Schuh ist für den Hobbyreiter zwar nicht unbedingt die wichtigste Anschaffung in Sachen Reitbekleidung, dennoch bieten die hohen Lederstiefel zahlreiche Vorteile:

  • Gute Reitstiefel haben eine durchgängige Laufsohle, wodurch man beim Sturz nicht hängen bleibt und einen Absatz, der davor schützt, dass der Fuß im Steigbügel durchrutscht.
  • Egal ob Matsch, Schnee oder Staub: Man kann sie bei jedem Wetter tragen und hinterher durch die glatte Oberfläche schnell vom Schmutz befreien.
  • Es gibt für jede Form des Reitsports spezielle Schuhe, die auf die entsprechenden Bedürfnisse und Ansprüche angepasst sind. So findet Ihr beispielsweise extra Dressurstiefel, die eine verhärtete Außenseite und eine flexiblere Innenseite haben – dadurch sind die Hilfegebung und der Kontakt zum Pferd erleichtert. Springstiefel hingegen müssen weicher sein, um dem Pferd umgehend das Signal vor dem Hindernis geben zu können. Zudem besitzen sie häufig eine Schnürung, damit der Schuh fester sitzt und sich nicht beim Flug verabschiedet.

Für die kühle Jahreszeit

Ebenso wie es spezielle Sommerreithosen aus besonders dünnem Stoff gibt, finden sich auch für den Winter extra Thermohosen, gefütterte Stiefel und warmhaltende Handschuhe. (Letztere eignen sich in dünner Ausführung auch für die restliche Jahreszeit, damit man sich nicht die Hände an den Zügeln aufreibt.)

Ob man sich – vor allem als Hobbyreiter – solcherlei wirklich anschaffen muss, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Zur Grundausstattung gehört aber definitiv eine wärmende Weste, Vliesjacke oder bestenfalls multifunktionale Outdoor-Jacke. Denn wer beim Reiten schwitzt und ungeschützt dem kühlen Windzug ausgeliefert ist, liegt bestimmt bald mit schniefender Nase oder Fieber im Bett.

Also packt Euch warm ein, aber achtet dabei darauf, dass Eure Bewegungsfreiheit erhalten bleibt. Jacken mit Kapuzen sollten beispielsweise immer mit Helm anprobiert werden und in den Westen könnt Ihr ein paar ‚Dehnübungen‘ machen – also sich zum Beispiel drehen oder sich bücken.