Lotto wird 70 Jahre alt – Von der Handarbeit zum modernen Glücksspielunternehmen

Bevor Computer die Aufgabe übernahmen, erfolgte die Tippauswertung von vielen Menschen in mühevoller Handarbeit. Foto hfr

Kiel. Jede Woche der gleiche Nervenkitzel: Sind die getippten Zahlen die richtigen? Wartet womöglich ein Millionengewinn? Seit 70 Jahren bietet Lotto Schleswig-Holstein die Chance, mit ganz viel Glück auf einen Schlag reich zu werden. Ganz am Anfang ging es allerdings nur um Fußball: Am 6. Oktober 1948 gründete die Landesbank Schleswig-Holstein die „Schleswig-Holsteinische Sportwette GmbH“ und bot zunächst ausschließlich Fußball-Toto an. Die allererste Ziehung war genau vor 70 Jahren, am 14. November 1948. Erst im Oktober 1955 kam in Zusammenarbeit mit Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen das Lotto 6 aus 49 dazu, um auch Menschen zu erreichen, die nicht fußballinteressiert sind. Die allererste gezogene Lotto-Zahl war eine 13, gezogen vom damals 13-jährigen Waisenmädchen Elvira Hahn.

Danach entwickelte sich Lotto 6 aus 49 schnell zum beliebtesten Glücksspiel in Deutschland. Dabei musste die Auswertung der Tippscheine in den ersten Jahren noch von Hand erfolgen. In der Hauptstelle in Kiel saßen Hunderte von Aushilfen, die mit Schablonen diese Arbeit erledigten. Heute arbeiten in schleswig-holsteinischen „Glückszentrale“ in der Andreas-Gayk-Straße 90 Mitarbeiter und die Technik eines eigenen Rechenzentrums, das ebenso wie das gesamte Unternehmen Lotto Schleswig-Holstein höchste Sicherheitsstandards erfüllt.

Von Anfang an war es dem staatlichen Unternehmen Lotto 6 aus 49 ein wichtiges Anliegen, ein faires und transparentes Glücksspiel anzubieten, das die Interessen seiner Kunden abdeckt, ohne dabei die vom Glücksspiel generell ausgehende Suchtgefahr zu fördern.

Das Angebot wurde bis heute laufend ausgebaut: 1970 kam zur Finanzierung der Olympischen Spiele 1972 in Deutschland in Zusammenarbeit mit anderen westlichen Landeslotteriegesellschaften die Glücksspirale dazu. Damals wie heute diente und dient der Ertrag der Glücksspirale auch zur Unterstützung sozialer und gemeinnütziger Einrichtungen.

Auf die Glücksspirale folgten die Zusatzlotterie Spiel 77 (1976), die Losbrieflotterie „Rubbelfix“ (1984), die Zusatzlotterie Super 6 (1991), Bingo! – die Umweltlotterie (1998), die Sportwette Oddset (2000), Keno mit der Zusatzlotterie plus 5 (2005), die internationale Lotterie Eurojackpot (2012) und die Zusatzlotterie die Sieger-Chance (2016).Aber auch die Eroberung der „neuen Medien“ ist Teil des Erfolgs von Lotto Schleswig-Holstein. So können die Lotterien von Lotto Schleswig-Holstein sowohl über die Internetseite www.lotto-sh.de, als auch per App gespielt werden.In der Andreas-Gayk-Straße in Kiel laufen heute die Tipps aus 750 Annahmestellen im Land zusammen. Außerdem werden dort die Gewinner von Millionenbeträgen persönlich begrüßt – in diesem Jahr bisher immerhin schon sieben. kst