Zuerst kommt der Mensch Zum 100. Geburtstag der Awo gibt es als Geschenk ein Mosaik mit 100 Bildern

Hundert Bilder zu den Werten der AWO. Initiator Fritz Lippes freut sich über das entstandene Mosaik. .

Preetz. 100 Menschen malten 100 Bilder zum 100-jährigen Jubiläum – mit der Enthüllung eines Mosaiks feierte der Bildungscampus der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Hinter dem Kirchhof 10 in Preetz den großen Geburtstag des Wohlfahrtsverbandes am Freitag, 13. Dezember, und damit exakt ein Jahrhundert nach dessen Gründung.

Fritz Lippes, pädagogischer Leiter in Preetz, hat die besondere Aktion initiiert und begleitet. Er bat Schüler, Lehrer und deren Angehörige, aktiv und kreativ zu werden, rund um das Thema „100 Jahre Awo“ ein Bild beizusteuern. Auf 24 mal 30 Zentimeter großen Leinwänden, gezeichnet oder gemalt in Aquarell oder Acryl, entstanden so Ansichten, die die Werte und Handlungsfelder der Awo widerspiegeln, aber auch typische Schleswig-Holstein-Eindrücke. Zusammengefasst in einem Mosaik schmücken sie das Foyer des Bildungscampus „und hängen hoffentlich noch in 100 Jahren hier“, wünschen sich Lippes und Irmgard Stremlau, die den Bildungscampus leitet. Eingebettet in die Jahreszahlen 1919 und 2019 steht im Mittelpunkt des Mosaiks ein Porträt der Awo-Gründerin Marie Juchacz, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und eine der ersten Frauen in der Nationalversammlung. Sie verfolgte zunächst das Ziel, die Not der durch den ersten Weltkrieg Geschädigten zu lindern. Es entstanden Mittagstische, Beratungsstellen und Hilfe zur Selbsthilfe in Form von Nähstuben und Werkstätten.

Heute sieht die Awo ihre Hauptaufgabe in der Unterstützung sozial schlechter gestellter Menschen, darunter Menschen mit Behinderung und Senioren. Die Awo betreibt Kindergärten, offene Ganztagsschulen, psychiatrische und forensische Kliniken, Einrichtungen für Ferienfreizeiten und Beratungsstellen für Migranten, Asylbewerber und Menschen in Notlagen sowie Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Fritz Lippes freut sich über das Engagement der Kreativen und die entstandene Vielfalt. So befasste sich ein Awo-Schüler mit Migrationshintergrund mit dem Grundsatz, dass alle Menschen, unabhängig von Herkunft und Hautfarbe in der Awo willkommen sind. Ein anderer schreibt auf Arabisch und Deutsch ein weiteres Awo-Motto: „Zuerst kommt der Mensch“. Auch Lippes Tochter Lisa hat gemalt: einen stark verwurzelten Baum als Symbol einer seit 100 Jahren und zu allen Jahreszeiten aktiven Awo. kib