Wer flattert denn da ans Futterhaus?

Bei der Wintervogelzählung vom Nabu vom 4. bis 6. Januar können alle Naturfreunde mitmachen. Foto: hülBei der Wintervogelzählung vom Nabu vom 4. bis 6. Januar können alle Naturfreunde mitmachen. Foto: hül

Kreis Segeberg. Der Nabu ruft zusammen mit seinem bayerischen Partner Landesbund für Vogelschutz vom 4. bis zum 6. Januar zur neunten „Stunde der Wintervögel“ auf. „Nach dem Jahrhundertsommer 2018 dürfte die Zählung besonders spannend werden“, sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „bisher können wir mangels Daten nur spekulieren, wie sich die Dürre auf die Vogelwelt ausgewirkt hat. Je mehr Meldungen wir bekommen, um so genauer können wir uns ein Bild von der Lage machen.“

Durch den warmen Sommer tragen wilde Bäume und Sträucher in diesem Jahr besonders viele Früchte. „Die Wintervögel finden also einen reich gedeckten Tisch vor. Wenn es, wie schon in den vergangenen Jahren, ein milder Winter wird, ist das eine gute Voraussetzung, dass Kurzstreckenzieher wie Rotkehlchen und Star bei uns häufig im heimischen Garten zu beobachten sind“, sagt Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Sollte es jedoch einen frühen Wintereinbruch mit viel Schnee in Skandinavien geben, können wir mit vielen Erlenzeisigen und Birkenzeisigen rechnen, die von dort zu uns kommen.“

Damit Vogelfreunde sich optimal auf die Zählung vorbereiten können, bietet der Nabu erstmals ein eigenes Lernprogramm für die Stunde der Wintervögel an. Welcher Vogel ist in Deutschland am häufigsten zu finden? Bekommen Vögel im Winter kalte Füße? Mit dem neuen kostenlosen E-Learning-Tool „Nabu Vogeltrainer“ erfährt man spielerisch alles über 15 häufige Vögel, die im Winter in unseren heimischen Gärten zu finden sind. Unter www.vogeltrainer.de kann sich jeder fit machen.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum neunten Mal statt. Jeder, der Lust hat mitzumachen, kann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu zu melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2018 beteiligten sich über 136.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 92.000 Gärten und Parks ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 7. bis 11. Januar bietet die Naju auf www.naju.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Nabu-Auswertung ein.