Von Klassik bis Musical war alles dabei

Bergmann: Torsten Rohde ist der Kopf hinter Renate Bergmann, Schauspielerin Anke Siefken verkörpert die schrullige Rentnerin auf der Bühne. FOTO: MATTHIAS PROSKE

Bad Bramstedt. (bmd) „Ein wirklich tolles Konzert,“ schwärmte Fritz Diekmann aus Wyk auf Föhr. Er war Gast des dritten Benefiz-Konzertes der Bundespolizei im Kurhaustheater, das erneut die Erwartungen des Publikums voll erfüllte. Der Eintritt der knapp 300 Besucher kommt auch diesmal der Tafel zugute, 3.058 Euro wurden erlöst. Die Tafel hat es bitter nötig, wie die Vorsitzende Sabine Baumbach hervorhob. „Rund eine Tonne Lebensmittel geben wir wöchentlich an Bedürftige aus“, sagte sie. Das Bundespolizeiorchester aus Hannover mit Gastsängerin Jenny Viola Offen und einem Ensemble der Jürgen-Fuhlendorf-Schule zelebrierte einen musikalischen Strauß von Klassik über Musical und Filmmusik bis Pop. Durch das Programm führte der Klarinettist Dirk Hillebold.

Mit vollem Körpereinsatz dirigierte Anna-Sophie Brüning gleich zu Beginn des Benefizkonzertes der Bundespolizei im Kurhaustheater den schmissigen „Fridericus-Rex-Grenadiermarsch“. Spätestens beim „Weißen Rössl am Wolfgangsee“ schwappte die gute Laune auf das Publikum über. Beschaulich dann das Oboen-Solo „Kazabue“ der japanischen Komponistin Michiru Oshima, vorgetragen von der Polizei-Musikerin Ayaka Kunieda – zum genussvollen „Augenschließen“, wie es eine Besucherin ausdrückte. Auch Schüler der Jürgen-Fuhlendorf-Schule hatten ihren großen Auftritt mit dem lyrischen Song „Mad World“ der britischen Pop-Gruppe Tears for Fears aus dem Jahr 1982. Sie sangen nur zur Klavierbegleitung ihrer Musiklehrerin Anja von Essen. Auch bei dem rhythmischen Pink Floyd-Klassiker „The Wall“ durften die JFS-Schüler mitsingen. Hier brillierte der erst 23-jährige Polizeimusiker Paul Duwe mit seinen exzellenten Gitarrensoli. Er ist erst drei Monate im Orchester und befindet sich noch in der Probezeit. Zur Einstimmung auf die Pause gab es ein ausgiebiges Medley der 1980er-Jahre. Songs von den Ärzten, Michael Jackson, Rainhard Fendrich, Münchner Freiheit und der Spider Murphy Gang mischten den Saal auf. Kommentare, wie „gute Mischung“ und „einfach klasse“ machten während der Pause im Foyer die Runde. Im zweiten Teil betrat dann die bezaubernde Jenny Viola Offen die Bühne. Warum die aus Wiemersdorf stammende Sängerin mit ihrer Mezzo-Sopran-Stimme auf großen Bühnen zu Hause ist, war zu hören. Mit Bernd Meinunger nahm sie ihre erste CD auf, sie sang mit Unheilig, Michael Holm und Lena Valeitis. Im Kurhaustheater gab sie Songs aus dem Elisabeth-Musical von Michael Kunze und „I Will Always Love You“ von Dolly Parton zum Besten. Voller Leidenschaft interpretierte sie „New York, New York“, bekannt geworden durch Liza Minnelli und Frank Sinatra. Die bekanntesten Songs von Udo Lindenberg sorgten nochmal für Begeisterung und regten zum Mitsingen an. „Let it Go“ aus dem Musical Frozen und Leonard Cohens „Hallelujah“, gesungen von Offen, bildeten den Abschluss. Das zweieinhalb-stündige Ausnahmekonzert endete mit Standing Ovations.