Voll ins Schwarze

Schon zur allerersten Probe der neuen „Kreisweiten Big Band“ kam eine komplette Musiker-Besetzung zusammen. Neue Mitspieler sind aber trotzdem noch willkommen. Foto: Heidi Schooltink

Mit dem Angebot einer Big Band trifft die Kreismusikschule Plön einen Nerv

Plön. Vergangene Woche, Mittwochabend kurz vor 19 Uhr in einem Kellerraum des Förderzentrums der Schule am Schiffsthal. Franz-Michael Deimling, der Leiter der Kreismusikschule Plön, und Bertram Grafendorff sind gespannt. Wer ist ihrem Aufruf gefolgt und ist bei der ersten Probe der neu gegründeten „Kreisweiten Big Band“, kurz KBB, dabei?

„Die Idee für die Big Band gibt es schon länger“, erklärt Franz-Michael Deimling, „jetzt war einfach ein günstiger Zeitpunkt, weil uns der Jazzverein eine Kooperation angeboten hat.“ Er versteht die KBB nicht als Konkurrenz für bestehende Big Bands im Kreis Plön: „Bisher gibt es eigentlich nur Schulbands. Die KBB soll offen für alle sein. Jeder kann mitmachen, egal ob Jugendlicher oder Erwachsener.“ Bertram Grafendorff, der künftige Leiter der KBB, ergänzt: „Keiner muss perfekt spielen können, aber gewisse Vorkenntnisse auf dem Instrument sind schon erforderlich.“ Auch Musiker, die schon länger nicht mehr gespielt haben, seien willkommen. „Viele fragen sich, ob sie das überhaupt schaffen. Bei den Proben wird aber schnell klar, wo jeder Einzelne musikalisch steht. Meine Aufgabe ist es, zu erkennen, ob und wie sich ein Musiker weiterentwickeln kann. Dabei werde ich natürlich alle unterstützen.“ Eigentlich waren die beiden von Anfang an zuversichtlich, genug Musiker für ihr Projekt zu finden. Der tatsächliche Ansturm übertrifft dann aber doch ihre Erwartungen. „Wir haben offenbar mit unserer Idee voll ins Schwarze getroffen“, so der einhellige Kommentar.

Rund 25 Musiker trudeln nach und nach mit ihren Instrumenten ein. Glücklicherweise ist alles vertreten, was eine Big Band so braucht: Schlagzeuger, Bassisten, Keyboarder und Gitarristen für die Rhythmussektion und Saxophonisten, Trompeter und Posaunisten für die Bläsersätze. „Wir sind schon jetzt voll besetzt, das hat sich gut gefügt. Es hätte ja sein können, dass hier jetzt 20 Saxophonisten und nur ein Trompeter sitzen,“ freut sich Bertram Grafendorff. Auch der Wunsch nach einer generationenübergreifenden Besetzung ist in Erfüllung gegangen: Einige der Musiker sind erkennbar im Rentenalter, während andere eher noch die Schulbank drücken.

Nach einigen Worten von Bertram Grafendorff zu den Probemodalitäten und dem angedachten Repertoire – vom Swing der 40-er bis hin zu aktueller Pop- und Rockmusik – geht’s auch schon los mit der Probe. Bei Herbie Hancocks Klassiker „Chameleon“ hat die Dirigent alle Musiker im Blick oder besser gesagt im Ohr. Er passt auf, dass die „Rhythmusgruppe nicht davonläuft“ und die Posaunen „ihre Töne halten.“ Schon nach wenigen Minuten sind die ersten Gitarren- uns Saxophonsoli zu hören. Zwischendurch greift Bertram Grafendorff auch selber zur Trompete. „So sollte es sich am Ende ungefähr anhören.“

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Am Ende der Probe sind alle zufrieden. „Die Mischung aus alten Hasen und jungen Musikern ist gelungen. Dadurch, dass einige Dozenten der Kreismusikschule mitmachen, ist die Qualität hoch“, resümiert Dirk Maas. Der Kontrabassist will beim nächsten Mal auf alle Fälle wieder dabei sein.hms

Ab sofort probt die KBB jeden Mittwoch ab 19 Uhr. Weitere Interessierte können sich unter KBB@kms-ploen.de melden.