Vier Reifen für mehr Hilfe

Foto: Kirsten Böttcher Rudolf Hartz (v.li.) von „Dittmann und Hartz“ und die Vorstandsmitglieder der Schön-Stiftung Ralf Reikat von der Förde Sparkasse, Bürgermeister Björn Demmin und Propst Erich Faehling übergeben das neue Fahrzeug an die Streetworker Rüdiger Wiese und Pascal Müller.

Streetworker in Preetz bekommen neues Auto

Preetz. Ein zweites Fahrzeug für die Streetworker in Preetz – durch die Stiftung „Paul und Inge Schön“ wurde das jetzt möglich. Vergangene Woche war die Übergabe. „Mit dem zweiten Auto können wir jetzt unabhängig voneinander und damit effektiver arbeiten“, sind sich Rüdiger Wiese und Pascal Müller einig. Sie begleiten etwa 60 Menschen, „Jugendliche und junge Erwachsene, die normale Hilfe nicht annehmen. Sie kommen mit Amtspost nicht zurecht, viele haben Schulden, Drogenprobleme“, sagt Wiese. „Oft haben diese Menschen schon früh Ausgrenzung erfahren, wir nehmen sie so, wie sie sind. Sie kommen auf uns zu“, ergänzt Müller. Die beiden Streetworker begleiten zum Jobcenter oder ins Rathaus, stellen Kontakte zu Firmen her, in denen die Jugendlichen in Form von Praktika oder sogar Ausbildung eine Chance bekommen, fahren mit zu Erstgesprächen in die Suchtklinik. Die Betreuten würden immer jünger. „Das Einstiegsalter für Drogen liegt bei zwölf bis 13 Jahren“, so Wiese, „das sind Kinder. Die Eltern haben keine Zeit, sind beide berufstätig, um zurechtzukommen.“ Etwa 25 junge Menschen in Preetz seien ohne festen Wohnsitz, „in dem Sinne nicht obdachlos“, erklärt Wiese, „aber sie betreiben Sofa-Hopping. Das läuft im Verborgenen. Sie haben ihre Wohnung verloren, weil sie sich nicht an Regeln halten, Strom und Miete nicht mehr zahlen, ihr Konsumverhalten nicht an ihre Einnahmen anpassen. Der Fokus liegt häufig auf Drogen.“

Die Schön-Stiftung unterstützt seit 1999 bedürftige Preetzer. „Sie wirkt im Stillen, hilft diskret und ohne großes Aufsehen. Bisher haben wir 800.000 Euro investieren können, die in Strukturhilfen aber auch direkte Förderung fließen“, berichtet Ralf Reikat aus dem Vorstand. Auch für das Streetwork gab es bereits 2004 für drei Jahre eine Anschubfinanzierung. „Jetzt wollten wir ein Fahrzeug zur Verfügung stellen. Die Annoncen waren schön bunt, und uns wurde klar, wir brauchen Beratung, einen Partner vor Ort.“ Den fand der Stiftungsvorstand in der „Dittmann & Hartz Automobil-Service-Center GmbH“, die bei der Beschaffung und Folierung des Hyundai i 10 behilflich war. Nicht so auffällig sollte das neue Fahrzeug sein, erklärt Propst Erich Faehling, ebenfalls im Vorstand der Schön-Stiftung, denn Wiese und Müller verrichteten ihre wertvolle Arbeit in der Regel im Verborgenen, an Straßenecken oder Haustüren, und nicht im Licht der Öffentlichkeit.kib

Mehr Infos zur Schön-Stiftung unter www.preetz.de