Verdienstkreuz 1. Klasse für Ursula Schele

„Petze“-Geschäftsführerin Ursula Schele wurde für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Foto: Bente Stachowske„Petze“-Geschäftsführerin Ursula Schele wurde für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Foto: Bente Stachowske

„Petze“-Geschäftsführerin für ihr Engagement zur Gewaltprävention ausgezeichnet

Kiel. Ursula Schele, Geschäftsführerin des Kieler Petze-Instituts für Gewaltprävention, ist mit einer besonderen Form des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet worden: Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte Ministerpräsident Daniel Günther der Molfseerin das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. In der Laudatio aus der Staatskanzlei heißt es: „Ursula Schele setzt sich seit Jahrzehnten für Frauen und Kinder ein, die Gewalt erfahren haben. Seit den 90er-Jahren macht sie sich im Ehrenamt und als Geschäftsführerin des Petze-Instituts für Gewaltprävention für Mädchen und Frauen in Notsituationen stark. Ihr Engagement weitete sie auch auf Bundesebene aus, im Bundesverband Frauenberatungsstellen ist sie eine der beiden Vorsitzenden. Sie hat sich in Schleswig-Holstein für die Frauen-Helpline stark gemacht, die Vorläufer des Frauentelefons ist. 2004 beförderte sie die Kieler Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ mit zur bundesweiten Kampagne und brachte 2017 auch die Idee der Kampagne „stri(c)kt gegen Gewalt“ nach Schleswig-Holstein.
Ursula Schele hat das Petze-Institut für Gewaltprävention zu einer der führenden Fachberatungsstellen gemacht. Sie hat Strukturen erarbeitet, zu denen viele Frauen- und Mädchenberatungsstellen sowie Facheinrichtungen gehören. Sie macht sich für Projektarbeit stark, um das Selbstbewusstsein von Mädchen und Jungen zu stärken und um Themen aus der Tabuzone zu holen. Sie setzt sich auch für Geschlechtergerechtigkeit ein, hat die Informations- und Beratungsstelle für männliche von sexueller Gewalt Betroffene in Kiel mitbefördert und den Frauennotruf Kiel zu einer hochprofessionellen Facheinrichtung entwickelt. Außerdem leitet sie das Zentrum für Unterstützung von Folter-, Flucht und Gewaltopfern in Schleswig-Holstein Refugio und war Ombudsfrau für Opfer sexualisierter Gewalt in der Nordelbischen Kirche. Heute ist sie Verbandsratsvorsitzende im Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein.“
Ursula Schele ist treibende Kraft einer Bewegung, die daran arbeitet, dass Betroffene unterstützt und Taten verfolgt werden und Präventionsarbeit geleistet wird. Petze nennt das Kieler Interventionskonzept KIK und das ZBP, das Zeuginnen-Begleitprogramm, das 2015 zu einer gesetzlichen Aufgabe wurde, als weitere Beispiele. Ursula Schele: „Die erneute Auszeichnung ist für meine Kolleginnen im Kieler Frauennotruf und in der Präventionsarbeit der Petze ein wichtiges Symbol dafür, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht länger hingenommen wird. Mit der Auszeichnung erhalten unsere parteiliche Arbeit sowie der Kampf für Menschenrechte und gegen sexualisierte Gewalt Anerkennung.“
Infos zu Petze unter https://petze-kiel.de/