T-Shirts für die Mitschüler

Die Schülerfirma OSC bringt eigene Logos auf Hoodies und T-Shirts und verkauft sie an die Schüler der Schule am Schiffsthal. Foto: Kirsten Böttcher

In der Gemeinschaftsschule Plön wurde wieder eine Schülerfirma gegründet

Plön. OSC, so heißt die aktuelle Schülerfirma der Gemeinschaftsschule Plön, der Schule am Schiffsthal. Die Abkürzung steht für „Original School Clothing“, und der Name ist Programm. 16 Schüler der zehnten Klassen statten ihre Mitschüler im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses auf Bestellung mit „hochwertiger, moderner und sauber produzierter Kleidung“ aus, bedruckt mit selbst entworfenen Logos. Die Hoodies und T-Shirts in drei Größen und vier Farben ordern sie online. In Eigenarbeit drucken sie dann den Firmennamen und – passend zum Namen der Schule – ein Schiff auf Wellen auf.

„Seit etwa zehn Jahren gibt es den Wahlpflichtkurs ,Schülerfirma’ an der Gemeinschaftsschule“, erzählt Wipo-Lehrer Stefan Kuberski, der das Projekt betreut, „im vergangenen Jahr produzierten die Schüler ein Jahrbuch, es gab auch schon einen Schulkalender und ein regionales Kochbuch. Die Gewinne fließen in soziale Projekte oder in Anschaffungen für die Schule.“ Alles starte mit einer ausgedehnten Findungsphase am Anfang des Schuljahrs, in der die Jugendlichen entscheiden, was sie machen wollen. Diesmal fiel die Wahl auf Schülerbekleidung, die Maschinen waren bereits vorhanden.

Damit von der Werbung über den Bestellzettel bis zur Auslieferung alles klappt, organisiert sich OSC in Abteilungen: Design, Marketing, Produktion, Finanzen, Qualitätsprüfung. In der Produktion gibt Colin Bruder per Computer den Befehl an die Plot-Maschine, die das Logo in Vinylfolie prägt. Anschließend geht jedes Logo in die Handarbeit: Lotta Kardel und Leonie Frischmuth entgittern die Motive mit einem kleinen Messer. Mit der Presse bringt Tim Schmidt schließlich das fertige Logo auf den Hoodie. Die Finanzabteilung verwaltet und regelt den Bankverkehr mit eigenem Konto. „Momentan basteln wir an einer Excel-Tabelle, die unter anderem auch der Selbstkontrolle dient“, erklärt Marlo Bornholdt, Geschäftsführer von OSC. 38 Schüler haben bisher bestellt, zum Teil mehrere Produkte. Besonders gut sei die Nachfrage bei den Fünft- bis Siebtklässlern und dann wieder bei den Zehntklässlern, wissen Xenia Schwahn und Lilly-Sophie Slomka aus dem Marketing. Bevor die Schülerfirma Ende Mai abgerechnet und geschlossen wird, planen sie noch eine Modenschau auf dem Schulgelände. Jetzt gehe es darum, dafür Models aus der Schülerschaft zu gewinnen.

Lehrer Kuberski freut sich über die engagierten und kreativen Köpfe in seinem Wahlpflichtkurs: „Sie entscheiden alles selbst und lernen hier, wie eine Firma funktioniert.“ Das fördere nicht nur Kompetenzen, sondern auch das Selbstbewusstsein. 16 Jahre sind sie alt, wenn sie in drei Monaten die Schule am Schiffsthal mit dem mittleren Bildungsabschluss verlassen. Die Mehrheit möchte im Anschluss am Berufsbildungszentrum in Preetz Abitur im Bereich Wirtschaft machen. Und auch Berufsvorstellungen gibt es schon: ob Zimmerei, IT-Branche oder Elektrik-Firma – immer geht es ums Sich-selbstständig-machen. kib