Studentisches Theater auf der Ersatzbühne Die Proben zum Weihnachtsmärchen laufen auf Hochtouren

Im großen Speisesaal der Mensa I entsteht die provisorische Theaterbühne. Bis zur Premiere haben Regisseur Felix Naumann, seine Schauspieler und die anderen im Team noch eine Menge zu tun.

Kiel. Das Kieler Uni-Theater im denkmalgeschützten Sechseckbau musste Anfang September aufgrund von Brandschutzmängeln und veralteter Gebäudetechnik geschlossen werden. Um den Theaterbetrieb weiter fortsetzen zu können, arbeiten Mitglieder der Theatergruppen und ein Mitarbeiter des Studentenwerks seit acht Wochen in der Mensa I an einer Ersatzbühne. Zeitgleich laufen dort auch schon die Proben für das Weihnachtsmärchen „Noch eine Weihnachtsgeschichte“, das am kommenden Freitag, 29. November, Premiere hat.

Voraussichtlich werden die Theatergruppen der Kieler Uni ihre eigentliche Bühne im Sechseckbau noch eine ganze Weile nicht benutzen können. „Wir schätzen, dass die Sanierung drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird“, sagt Kerstin Klostermann vom Studentenwerk Schleswig-Holstein. Weil das Studentenwerk die Kulturarbeit aber als zentrale Aufgabe ansieht, musste schnell eine Lösung für den Theaterbetrieb gefunden werden. Bereits seit etwa Mitte September arbeiten Mitglieder der Theatergruppen unter Anleitung des Technischen Betreuers Sandro Böhm am Bau der Bühne. Insgesamt investiert das Studentenwerk einige Tausend Euro, um die provisorische Bühne so professionell wie möglich zu gestalten. Benötigt wurden vor allem Traversen, das sind Gerüststangen zur Aufhängung von Licht und Vorhängen. Aber auch 45 Meter Moltonstoff mussten angeschafft werden, um den Masken- und Backstagebereich abzugrenzen. „Beim Aufbau der Traversen hat uns eine Profi-Firma geholfen, alles andere haben wir selbst gemacht“, so Sandro Böhm, dessen To-Do-Liste bis zur Premiere noch ganz schön lang ist. Das Hauptproblem ist die Zeit. Da stimmt ihm auch der Regisseur des aktuellen Weihnachtsmärchens, Felix Naumann, zu. „Uns fehlt vor allem Probenzeit auf der Bühne“, so Naumann. Denn tagsüber ist in dem neuen „Theatersaal“ weiterhin normaler Mensabetrieb. Erst ab 17 Uhr kann die 17-köpfige Theatergruppe „Schneegestöber“ proben, das Bühnenbild bauen, Licht hängen und die Arbeiten an der Bühne fortsetzen. „Nicht nur das, wir mussten das Bühnenbild auch sehr reduzieren, weil die Bühne hier andere Maße und andere Aufgänge hat als im Sechseckbau.“ Auch bei der Technik mussten Abstriche gemacht werden, weil es andere und vor allem weniger Stromanschlüsse gibt. „Es gibt auch keinen Schnürboden oberhalb der Bühne, von dem wir Schnee rieseln lassen können“, so Naumann.

Trotz aller Hürden sieht die Theatergruppe der Premiere positiv entgegen. „Wir holen das Beste aus dem Mensaraum heraus“, so Naumann. Schon jetzt, ein paar Tage vor der Premiere, wirkt die neue Bühne sehr imposant. Sie steht erhöht auf Podesten, damit alle 110 Zuschauer auch gut sehen können. Mit Vorhängen wird der Saal optisch verkleinert, damit eine schöne, heimelige Atmosphäre entsteht. Und in Kombination mit der weihnachtlichen Deko wird garantiert bei jedem Besucher Theaterstimmung aufkommen, ist sich die Theatergruppe sicher.

Inszeniert wird dieses Jahr das Stück „Noch eine Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens. Es handelt von Mr. Ebenezer Scrooge, der Geld eintreibt und die Weihnachtszeit besonders verabscheut. Doch dieses Jahr ist alles anders. Am Weihnachtsabend sucht ihn der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley heim und warnt ihn: Wenn er nicht bald etwas ändere, würde Scrooge nach seinem Tod niemals Frieden finden. Zudem erscheinen ihm drei Weihnachtsgeister, die ihn auf eine wundersame Reise durch die Zeit mitnehmen und ihm die Welt zeigen, wie er sie noch nie gesehen hat. saa

Premiere ist am Freitag, 29. November, 20 Uhr. Weitere Termine sind am 1.,3.,4.,6.,8.,9.,14.,15.,17.,18. und 20. Dezember. Der Eintritt kostet 6 Euro. Karten gibt es im Kulturbüro des Studentenwerks SH in der Mensa I, 1. Obergeschoss, Zimmer 2 und im ICK-Punkt. Alle Termine gibt es online unter www.studentenwerk.sh