Stopp für Bootshafen-Weihnacht

In der kommenden Vorweihnachtszeit wird es noch keinen Weihnachtsmarkt am Bootshafen geben, so der Beschluss des Ortsbeirats Mitte. Das Stadtteilgremium wünscht sich zunächst ein Weihnachtsmarkt-Gesamtkonzept. Foto: kae

Ortsbeirat Mitte will Weihnachtsmarkt am Kieler Bootshafen auf 2020 verschieben

Kiel. Weihnachtliches Flair am Bootshafen wird es zumindest in der kommenden Vorweihnachtszeit noch nicht geben. Das entschied der Ortsbeirat Mitte in seiner jüngsten Sitzung. Anstatt dem bereits im Februar vorgestellten Plänen von Event-Manager Wolfgang Sabrowsky für einen „Lichterzauber“ am Bootshafen das Okay zu geben, forderten die Mitglieder des Stadtteilgremiums nun zunächst ein Gesamtkonzept für alle Kieler Weihnachtsmärkte.

Wolfgang Sabrowsky und Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel Marketing, war die Enttäuschung anzumerken. Gemeinsam hatten sie den neuen Weihnachtsmarkt am Bootshafen mit hübsch beleuchteten Pavillons, einem hochwertigen Kunsthandwerk- und Gastronomie-Angebot sowie einem farbenfrohen Wasserspiel schon ziemlich fertig geplant und wollten im kommenden November starten. Doch noch fehlte die Zustimmung des Ortsbeirats Mitte. Und die wollte die Mehrheit der Stadtteilpolitiker den beiden Geschäftsleuten weiterhin nicht erteilen.

Dabei stützen sich die Ortsbeirats-Mitglieder auch auf eine mit dem Oberbürgermeister abgestimmte Stellungnahme von Ordnungsamt-Mitarbeiterin Sabine Naumann, die für die Organisation des städtischen Weihnachtsmarktes zuständig ist. „Wir würden uns freuen, wenn die Kieler Weihnachtsmärkte sich weiterentwickeln und neue Flächen mit einbezogen werden. Das muss aber im richtigen Tempo geschehen und an die Innenstadtentwicklung angepasst werden. Der Einzelhandel muss dabei gefördert werden.“

Der richtige Zeitpunkt für eine Prüfung der möglichen Weiterentwicklung der Weihnachtsmärkte, so Naumann weiter, liege erst nach der Fertigstellung des Kleinen Kiel-Kanals und nach Rücksprachen mit den Einzelhändlern in der oberen Holstenstraße. „Wir sehen die Gefahr, dass die Kaufkraft der Besucher durch einen Weihnachtsmarkt am Bootshafen zu sehr vom Alten Markt abgelenkt wird“, erklärte die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes.

Diese Befürchtung teilt Uwe König vom Förderkreis Kieler Altstadt allerdings ganz und gar nicht. „Wir glauben, dass es wichtig ist, dass sich die Weihnachtsmärkte vom Süden zum Alten Markt hin entwickeln und begrüßen einen neuen Markt am Bootshafen ausdrücklich“, betonte König und gab damit Wolfgang Sabrwoskiy und Uwe Wanger deutliche Schützenhilfe. Doch auch davon zeigten sich die Mitglieder des Ortsbeirats unbeeindruckt. Sie forderten stattdessen, die Einrichtung eines neuen, zusätzlichen Weihnachtsmarktes auf das Jahr 2020 zu verschieben. Bis dahin wird die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob am Bootshafen ein neuer Weihnachtsmarkt entwickelt werden kann. Dabei sollen sowohl das vorliegende Konzept als auch alternative Vorschläge Beachtung finden. kae