Spende gegen Schuldenfalle

Weil die Beratung um gesperrte Stromanschlüsse ein Arbeitsschwerpunkt der Schuldnerberatung ist, stellten sich Stadtpräsident Hans Werner Tovar (v.li.), Rolf Fischer und Frank Meier zur symbolischen Spendenübergabe mit Stromzählern für das Foto auf. Foto: kst

Stadtwerke Kiel unterstützen die Schuldnerberatung des Vereins Lichtblick Kiel

Kiel. Erneut haben die Stadtwerke Kiel die Arbeit der Schuldner- und Insolvenzberatung des Kieler Vereins Lichtblick mit einer größeren Spende unterstützt. Mit den 15.000 Euro, die Stadtwerke-Vorstand Frank Meier symbolisch übergab, kann der Verein ein weiteres Jahr lang eine halbe Beratungsstelle finanzieren. Die Stadtwerke Kiel unterstützen die Arbeit des Vereins bereits seit 2008 jährlich mit Summen in dieser Höhe.

In erster Linie wird das Geld der Beratung von Menschen zugutekommen, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, denen die Stadtwerke Kiel unter Umständen deshalb sogar schon den Strom abgestellt haben. Unter den rund 140.000 Kunden der Stadtwerke Kiel kommt das laut Pressesprecher Sönke Schuster rund 2700 Mal im Jahr vor. Bereits ab einer Schuldenhöhe von 100 Euro starten die Stadtwerke das Mahnverfahren. Wie Sönke Schuster erklärt, damit der Schuldenberg erst gar nicht so groß wird, dass nichts mehr zu machen wäre. Wenn sich die säumigen Kunden dann bei den Stadtwerken melden, versuchen zunächst die Kundenberater, gemeinsam mit ihnen eine Lösung zu finden. „Mit Regeln und Fingerspitzengefühl“, wie Stadtwerke-Vorstand Frank Meier sagt. Bei Bedarf vermitteln die Stadtwerke an das erfahrene Team der beiden Beratungsstellen, die der Verein Lichtblick Kiel am Alten Markt und in der Nähe des Gaardener Vinetaplatzes betreibt. Gesperrte Stromleitungen sind eines der häufigsten Probleme, mit denen Menschen dort Hilfe suchen. Außer in den beiden Beratungsstellen bietet der Verein seine Hilfe auch in der JVA Kiel den Insassen an. Wie Rolf Fischer, Vorsitzender des Vereins Lichtblick Kiel, erklärt, gehen die Teams in den Schuldnerberatungsstellen möglichst ganzheitlich vor. Da Schulden verschiedenste Ursachen haben können, wie den Verlust der Arbeitsstelle aber auch eine Scheidung oder eine körperliche oder psychische Erkrankung, versuchen die Berater immer, den Betroffenen dabei zu helfen, ihr Leben so weit zu ändern oder ihre eigentlichen Probleme so anzupacken, dass sie möglichst nicht innerhalb kürzester Zeit wieder in finanzielle Probleme geraten. Dafür sind qualifizierte Berater nötig, wie Rolf Fischer betont. „Und die Spenden der Stadtwerke helfen uns sehr dabei, solche qualifizierten Mitarbeiter halten zu können“, sagte er.

Auch Kiels Stadtpräsident Hans-Werner Tovar schätzt die „Hilfe zur Selbständigkeit“, die Lichtblick Kiel gebe, hoch ein. Seiner Beobachtung nach steigt trotz blühender Wirtschaft die Zahl der Menschen, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können. kst

Die Schuldner- und Insolvenzberatung des Vereins Lichtblick Kiel ist vertraulich und kostenfrei und für alle Kieler zugänglich. Kontaktaufnahme unter Tel. 0431/2401222. Weitere Infos unter www.siz-kiel.de