Noch 2019 ist der Kanal fertig

Während im Nordbecken des Kleinen Kiel-Kanals tonnenweise Stahldraht für die Armierung des Betons verlegt und verflochten wird (rechts), wartet die provisorische Halbinsel links auf das Baugerät, das dort Spundwände einrammen wird. Fotos:kst

Kosten für den Kleinen Kiel-Kanal sind auf 18,7 Millionen Euro angestiegen

Kiel. Eine gute und eine schlechte Nachricht hat die Stadt Kiel für alle, die sich für das Bauprojekt „Kleiner Kiel-Kanal“ in der Kieler Innenstadt interessieren. Die gute: Der Kleine Kiel-Kanal, der die Bereiche Holstenbrücke und obere Holstenstraße deutlich attraktiver für Innenstadtbesucher und damit auch für Gewerbebetriebe machen soll, wird wie geplant noch in diesem Jahr so gut wie fertig. Die schlechte: Die Baukosten steigen auf 18,7 Millionen Euro. Als im August 2017 das schleswig-holsteinische Innenministerium die nötigen Städtebau-Fördermittel freigab, kalkulierten die Planer noch mit Gesamtkosten von rund 12 Millionen Euro für den Kleinen Kiel-Kanal. Grund für die Steigerung sind nach Angaben der Stadt unter anderem die Entsorgung von leicht belastetem Bodenmaterial und die Erstellung der Freianlagen. Als Beispiel nennt die Stadt die Einfassungen für die Pflanzeninseln, die rund um den Kleinen Kiel-Kanal angelegt werden. Die sind demnach „Sonderteile“ die erheblich teurer sind, als zunächst angenommen. Die Kosten für den Kanalbau – und damit auch die Mehrkosten – tragen Bund, Land und Landeshauptstadt zu je einem Drittel.

Aktuell ist die Holstenstraße zwischen den beiden Kanalbecken während der Woche gesperrt, damit Rohre zwischen den Becken verlegt werden können. Die Fußgänger werden dort umgeleitet.

Das breite Südbecken soll für die Feiern zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober fertig und mit Wasser befüllt sein. Bis zum Ende des Jahres soll der Kleine Kiel-Kanal dann fast ganz fertig sein. Die letzten Feinschliff- und Verschönerungsarbeiten können witterungsbedingt erst im Frühjahr 2020 vorgenommen werden. Dann sollen die Asphaltflächen im Umfeld des Kleinen Kiel-Kanals mit einer gestalterischen Beschichtung versehen werden, damit sich das Muster der Pflasterung um den Kanal auch in der Straßenoberfläche fortsetzt.

Im Kleinen Kiel haben die Arbeiter in den vergangen Tagen neben dem ABK-Häuschen eine Halbinsel aufgeschüttet und provisorisch befestigt. Sie dient aber nur als Untergrund für ein Baugerät, das Mitte April Spundwände in den Grund des Kleinen Kiels rammen wird. Die Wände werden einen Bereich vom Rest des Kleinen Kiels abtrennen. In diesem Bereich wird die „Halbinsel“ wieder weggegraben und bis kurz unter die Wasseroberfläche durch Bodenmaterial mit unterschiedlicher Korngröße ersetzt. Dann wird das Ganze mit Schilf bepflanzt. Die Pflanzenwurzeln und der Boden dienen als Biologischer Vorfilter für das Wasser, mit dem der Kleine Kiel-Kanal befüllt wird. kst