Neuer Glanz fürs Kieler Schloss

Sie nehmen die Sanierung des Kieler Schlosses jetzt in ihre Hände: Stefan Saleh (v.li.) und Hendrik Euling-Stahl von der Landeshauptstadt Kiel, Rolf Petersen (Architekt BDA), Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Dipl.-Ing. Architekt Stephan Schütz (gmp) und Dipl.-Ing. Architekt Dieter Schmitz (Projektsteuerungsbüro). Foto: Ulrike Volkmann

Architekten und Projektmanager nehmen Arbeit zur Schloss-Sanierung auf

Kiel. Kiel hat ein Schloss. Doch weder innen noch außen wird es seinem Ruf gerecht. Dass dem einzigen Kieler Konzertsaal jetzt zu neuem Glanz verholfen wird, hat sich Oberbürgermeister Ulf Kämpfer auf seine Fahnen geschrieben. Bis zur Spielzeit 2023/24 soll die Sanierung abgeschlossen und ein neues Kulturzentrum entstanden sein, das auf vielfältige Weise zu nutzen ist.

Seit Anfang des Jahres ist die Landeshauptstadt Kiel Eigentümerin des Kieler Schlosses. Die Ratsversammlung hat die Stadtverwaltung beauftragt, das aus dem Jahr 1961 stammende Gebäude mit dem 1400 Sitzplätze umfassenden Konzertsaal zu sanieren. Während man in Kiel alles für die Sanierung vorbereitete, sind inzwischen nach einer europaweiten Ausschreibung Architektenbüros und ein Projektsteuerer gefunden worden. Die städtische Projektleitung wird ebenfalls in neue Hände gelegt – es kann also losgehen.

Die gemeinsame Objektbegehung lässt sich der neue „Schlossherr“ Kämpfer nicht entgehen. Beim Ortstermin kurz vor der morgendlichen Probe des Symphonieorchesters des Theaters Kiel, das am Sonntag hier ein Konzert spielen soll, wird deutlich, wie dringend notwendig die Sanierung des mehr als in die Jahre gekommenen Hauses ist. In dem engen Durchgang zwischen dem Backstage-Bereich und der Bühne findet sich kaum Platz für die anwesenden Architekten, Projektleiter und Pressevertreter. „Stellen Sie sich mal vor, wie es ist, wenn sich Orchester und Chor hier vor einem Auftritt tummeln“, beschreibt Stefan Saleh, der als ehemaliger städtischer Projektleiter die Sanierung bis jetzt vorbereitet hat. Ab jetzt übernimmt Hendrik Euling-Stahl das Projekt. Der Absolvent der Muthesius Kunsthochschule hat deutschlandweit Erfahrungen im Bereich Theatersanierung gesammelt und kehrt nun an seine alte Wirkungsstätte zurück.

„Wir wollen in den kommenden Jahren den Konzertsaal sanieren und das Kieler Schloss am geschichtsträchtigen Ort als herausragende musikalische Spielstätte, aber auch als Kieler Stadthalle erhalten, in der vom inklusiven Karneval bis zur Freisprechung der Handwerksgesellen alles Platz hat, was uns wichtig ist“, so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der durchaus optimistisch ist, dass dieses Projekt nicht nur zügig vorangeht, sondern auch termingerecht abgeschlossen werden kann. Die richtigen Partner habe man gefunden. Die Architekten „Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) bringen Erfahrungen aus verschiedenen realisierten Konzertsälen ein. Sie werden gemeinsam mit den Kieler Architekten „bbp:architekten bda“ dem maroden Gebäude zu neuem Glanz verhelfen. Die Projektsteuerung legt der Bauherr in die vertrauensvollen Hände des Büros Schmitz Reichard aus Aachen, das Projektsteuerungserfahrungen aus Maßnahmen unter anderem für das oldenburgische Staatstheater verweisen kann. Deswegen zeigt sich Oberbürgermeister Kämpfer zuversichtlich, dass die angepeilte Kostensumme von 24,5 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Stadt, Land und privater Hand getragen wird, nicht überschritten wird. Derzeit suche man noch nach einer Interimsspielstätte für den Sanierungszeitraum, denn für die zwei Jahre sollten die Kieler weiter möglichst viele Konzerte und Veranstaltungen genießen können.

Doch nun beginnt erst einmal die 16-monatige Planungsphase bis Baubeginn, denn der OB hat noch nicht fertig: Er hat von der Ratsversammlung außerdem den Auftrag bekommen, an Plänen für ein mögliches Kongresszentrum an gleicher Stelle zu arbeiten. Es gibt viel tun, nun kann auch angepackt werden. vmn