Muss die Mops-Zucht in Deutschland verboten werden?

Kaum eine Hunderasse war in den vergangenen zwei Jahrzehnten so beliebt und gleichzeitig so umstritten wie der Mops. Während der Hype um die Rasse wuchs, wurde die Schnauze des Hundes kürzer. DeineTierwelt über ein Schönheitsideal auf Kosten der Gesundheit – und wie deutsche Hunde-Züchter das Problem jetzt angehen.

Viele kurzschnäuzige Hunderassen leiden oft an Brachycephalie, eine Deformation des Schädels, die zu gesundheitlichen Problemen führt. Betroffene Tiere sind kurzatmig und hecheln selbst in Ruhesituationen. Tierschützer bezeichnen die Zucht dieser Hunde deshalb oft als Qualzucht – und wollen sie verbieten lassen.

Die Niederlande reagierten kürzlich überraschend konsequent: Sie verabschiedeten ein Gesetz, das sogenannte Qualzuchten verbietet und eine Mindest-Nasenlänge für Möpse, Französische Bulldoggen und Co. vorschreibt. Und der Zuchtverband der niederländischen Mops-Züchter verkündigte im Juni diesen Jahres, dass sie die Zucht von extrem kurzschnäuzigen Hunden natürlich umgehend einstellen.

Für die Tierschutzorganisation „Peta“ eine „Entscheidung mit Vorbildcharakter“. Die Tierschützer fordern seit langem, dass Zuchtvereine extrem kurzschnäuzige Tiere aus der Zucht ausschließen sollten. „Das niedliche Aussehen bezahlen die Tiere mit lebenslangen Qualen und teilweise mit ihrem Leben“, erklärte Jana Hoger, Fachreferentin bei „Peta“, damals.

Mops-Belastungstest statt Zuchtverbot

Das niederländische Gesetz schreibt seit dem Sommer vor, dass die Schnauze eines Hundes mindestens ein Drittel so lang wie der Kopf sein muss. Für Jörg Bartscherer, Geschäftsführer des VDH, ist das zu kurz gedacht: „Nach Ansicht unseres wissenschaftlichen Beirates ist dieses Merkmal allein kein ausreichendes Kriterium, um die Fitness eines Hundes wissenschaftlich belastbar zu beurteilen. Das ist Quatsch!“

Deshalb findet der VDH auch die Forderung der deutschen Tierschützer, eine solche Regelung oder gar ein Verbot der Mops-Zucht in Deutschland einzuführen, falsch.

Stattdessen hat der Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, der Bundestierärztekammer und den Tierärztlichen Hochschulen des Landes einen sogenannten Mops-Belastungstest entwickelt.