Kiels „neue Mitte“ wird sichtbar

Gestern legte ein Mobilkran vor dem Ahlmann-Haus die beiden stählernen Fußgängerbrücken über den Kleinen Kiel-Kanal. Foto: Jan Köster

Arbeiten am und neben dem Kleinen Kiel-Kanal kommen termingerecht voran

Kiel. Der Kleine Kiel-Kanal, oder auch „Holsten-Fleet“ genannt, wird wie geplant zum Ende dieses Jahres fertig. Und sein Bau hat schon jetzt große private Investitionen im direkten Umfeld ausgelöst, die zu einer deutliche Wiederbelebung der Kieler Innenstadt führen werden.

Um diese Nachricht im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz vor wenigen Tagen verkünden zu können, hatte Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer sogar vorzeitig seinen Urlaub abgebrochen. „Wir hatten mit der neuen Mitte recht“, freute sich der Oberbürgermeister und verwies darauf, dass allein in den drei Komplexen Ahlmannhaus, Geschäftshaus am Berliner Platz und dem Bauprojekt am Alten Bootshafen inklusive Fördermittel rund 100 Millionen investiert werden. Der Kleine Kiel-Kanal wird nach aktueller Planung 18,7 Euro kosten, rund 6 Millionen davon zahlt die Stadt Kiel.

In den Gebäudekomplex des Ahlmannhauses hat die Eigentümerin, die Stiftung der Familie Ahlmann, größtenteils bereits neue Fensterfronten im Erdgeschoss einbauen lassen. Aktuell laufen die Arbeiten zur teilweisen Öffnung der Gebäudefront direkt am Ufer des Kleinen Kiel-Kanals: Das 1927 als Kaufhaus gebaute Haus wird von starken Betonsäulen getragen. Im Bereich direkt am Kanalufer lässt die Ahlmann-Stiftung zusammen mit dem Architektenbüro Schnittger die Außen- und Zwischenwände zwischen den Säulen entfernen, damit offene Arkaden entstehen, unter denen man am Kleinen Kiel-Kanal sitzen und entlang spazieren kann. Die aktuell noch vorhandene Passage, der „Tunnel“ durch das Gebäude, wird geschlossen, dort entstehen Ladenflächen.

Im Erdgeschoss des Ahlmannhauses werden verschiedene Gastronomiebetriebe einziehen. Konkrete Namen will Peter Plambeck von der Ahlmann-Stiftung noch nicht nennen, doch so viel verrät er: „Es wird für jeden Geschmack etwas dabei sein: Nudeln, Pizza, Burger und Wein. Wir haben unter anderem spannende Konzepte aus Hamburg und Spanien nach Kiel geholt.“ Mc Donald’s wird bleiben, soll aber modernisiert und umgebaut werden. Laut Plambeck Investiert die Ahlmann-Stiftung insgesamt 3,5 Millionen Euro in den Umbau des Gebäudes. „Ohne das Holsten-Fleet wäre das nicht passiert“, ist sich Plambeck sicher.

Ein Problem für den Zeitplan des Kanalbaus war bis vor Kurzem, dass kein Unternehmen für die Installation der Wassertechnik gefunden werden konnte. Vor knapp einer Woche konnte die Vergabe der Arbeiten aber erfolgen. Am gestrigen Dienstag legte ein Kran die beiden in Neuruppin gebauten stählernen Fußgängerbrücken über das Nordbecken des Kanals. Bis zu den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober, deren Zentrum Kiel sein wird, soll der Kleine Kiel-Kanal schon weitgehend fertig sein, zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zum Frühling 2020 sollte es dann möglich sein, in neu eröffneten Cafés und Restaurants am Ufer des Kanals zu sitzen, im Südbecken die Füße zu kühlen und dass an warmen Tagen Kinder ihren Spaß mit den Wasserspielen haben. kst