Katzen, Kot und Kaffee – wie passt das zusammen?

Foto: Twenty20/Willianism

Das Prinzip „Aus Schei… Gold machen“ wurde in Asien offenbar wörtlich genommen: Hier wird nämlich aus dem Kot von Katzen oder Elefanten der wertvollste Kaffee der Welt gewonnen! Wer, wie, was? Das erklärt DeineTierwelt.

Der teuerste Kaffee der Welt

In Indonesien lebt ein Tier namens Paradoxurus hermaphroditus, besser bekannt als Fleckenmusang oder Schleichkatze. Dieses Tier frisst sehr gerne reife Kaffeekirschen. Früher war das ein großes Problem für die indonesischen Kaffee-Bauern – bis sie aus der Not eine Tugend machten und merkten, dass die Katzen nur das Fruchtfleisch, nicht aber die Kaffeebohne verdauten. Sie begannen also die ausgeschiedenen Kaffeebohnen wieder einzusammeln und produzierten daraus den Kaffee, der eine Sensation werden sollte: „Kopi Luwak“ – der Katzenkaffee.

Lange Zeit war dieser Kaffee mit bis zu 500 Euro pro Kilogram der teuerste Kaffee der Welt. Grund dafür: Die Herstellung ist sehr zeitaufwendig, wenn noch ein Verdauungsprozess zwischen Kaffeeernte und Weiterproduktion liegt. Außerdem lebt die indonesische Schleichkatze nur noch auf drei der siebzehntausend indonesischen Inseln, was den Kaffee sehr selten macht.

Dann wurde der „Kopi Luwak“ allerdings durch eine andere Kaffeesorte abgelöst: „Black Ivory“ aus Thailand. Das Prinzip ist dasselbe, nur werden die Kaffeekirschen hier nicht von Katzen, sondern von Elefanten verdaut, unter deren Futter sie gemischt werden. Nur etwa 150 Kilo werden davon pro Jahr produziert, der Preis pro Kilo liegt derzeit bei 1.582 Euro.

Schmeckt das denn wirklich?

Kaffeebohnen, die aus Tierkot heraus gesammelt und dann erst weiterverwertet werden… Schmeckt das? Angeblich schon, denn der Kaffee wird durch den Verdauungsprozess der Tiere fermentiert, die Enzyme, die auf den Kaffee treffen, ziehen die Bitterstoffe aus den Bohnen und veredeln sie so auf ganz besondere Weise.

Während der Katzenkaffee wohl eine erdige, dunkle und volle, dabei aber etwas „muffige“ Note hat, sei der Elefantenkaffee hingegen sehr mild, ähnelt eher Tee. „Black Ivory“ habe Noten von Kakao, roter Kirsche und einem Hauch von Gras, heißt es auf der offiziellen Website. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, doch die Betreiber sind sich sicher, dass es der beste Kaffee der Welt sei.

Übrigens ist die Methode, ein Tier auf diese Art und Weise in die Erzeugung von besonderen Produkten einzubeziehen, nicht neu: In Marokko waren Ziegen beispielsweise lange ein wichtiger Bestandteil Herstellung von Arganöl – sie kletterten auf die Arganbäume, frassen die Früchte und schieden die Kerne wieder aus. Danach wurden die Kerne zur Ölproduktion eingesammelt. Heutzutage werden dafür keine Ziegen mehr eingesetzt, sondern die Arganölproduktion liegt ganz in Menschenhand.

Der echte Preis für den Kaffee

So witzig und bizarr diese Geschichte auch klingt, gibt es leider hinter dem Geschäft mit dem teuren Kot-Kaffee wie so oft eine Schattenseite.

Um mehr Kaffee produzieren zu können und mehr Umsatz zu machen, werden die Schleichkatzen vermehrt in Käfighaltung domestiziert und zum Konsum der Kaffeekirschen gezwungen. Die Tierschutzorganisation Peta warnt davor, dass auch Kopi Luwak, der damit wirbt, aus Wildsammlung zu stammen, oft aus Massentierhaltung stammt und fordert dazu auf, sich nicht am Geschäft mit dem seltenen Kaffee zu beteiligen.

Die Produzenten vom „Black Ivory“-Kaffee hingegen halten sich nach eigenen Angaben strickt an nachhaltige Werte und sozial Verantwortung.

Vielleicht sollte man aber, sowohl aus Gründen des Tierschutzes, als auch aus finanziellen Gründen, eher auf regulären Fairtrade zertifizierten Kaffee zurück greifen. Der schmeckt nämlich auch.

(von Leonore Bartsch)