In zwölf Stunden zum Erfolg – Landessiegerin der Orthopädieschuhmacher kommt aus Preetz

Mit ihrer Gesellenarbeit, einem Paar Maßschuhe, überzeugte Sabrina Altmann die Juroren des Leistungswettbewerbs. Foto: Anne Gothsch

Preetz. Mit diesem Erfolg hatte Sabrina Altmann nicht gerechnet: Die 22-Jährige, die in Preetz als Orthopädieschuhmacherin im Gesundheitszentrum am Löwen (GZL) arbeitet, hat sich mit einem maßgefertigten Paar orthopädischer Schuhe den Landessieg im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 im Berufszweig Orthopädieschuhmacher gesichert.

„Bei der Prüfung hat man mir zwar gesagt, dass ich das beste Gesellenstück abgeliefert habe, aber dass ich damit den Landesentscheid gewinnen würde, hätte ich wirklich nicht gedacht“, erzählt die junge Frau, die in Schwentinental aufgewachsen ist und jetzt in Wattenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) lebt. Für die Geschäftsführung des GZL war das ebenfalls eine große Überraschung. „Wir sind natürlich sehr glücklich darüber. Zeigt es doch, dass wir uns genau für die Richtige entschieden haben und dass wir auf die Qualität unserer Ausbildung stolz sein können“, meint Kristina Böhm, Geschäftsführerin des GZL. Schon mehrfach hätte es unter den Auszubildenden Landes- und sogar Bundessieger gegeben. Auch Sabrina Altmann nimmt mit ihrem Gesellenstück am Bundeswettbewerb teil.

Insgesamt 12 Stunden habe sie an dem Maßschuh-Paar gearbeitet, das mit einem Lederboden und Knöchelstützen gefertigt sei und mit seinen ebenfalls individuell vermessenen und hergestellten Einlagen einen Beinlängen-Unterschied von 4,5 Zentimetern ausgleichen könne.

„Für mich passt dieser Beruf optimal. Ich wollte schon immer handwerklich tätig sein und dabei eigene Ideen mit einbringen können. Auch der Umgang mit den Kunden, die ich auch beraten kann, macht mir viel Spaß“, sagt Sabrina Altmann. Und wenn die Kunden dann zufrieden seien und sich über die neuen, bequemen Schuhe freuen würden, wäre das eine tolle Motivation. Vor Beginn ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung hat sich die junge Frau während eines Praktikums ein Bild von diesem Beruf und vom Unternehmen gemacht. „Solche Praktika sind uns auch sehr wichtig, denn viele junge Leute haben mit Ende der Schulzeit noch gar keine Vorstellung davon, welcher Beruf ihnen Spaß machen könnte“, meint die Geschäftsführerin und Martin Klingebiel, der Meister der Orthopädieschuhmacher-Abteilung, ergänzt: „Außerdem legen wir viel Wert darauf, dass der Einzelne im Team gut klar kommt. Das muss schon passen, denn dann ist es für alle von Vorteil, weil es sich positiv auf das Arbeitsklima, die Qualität und die Kundenzufriedenheit auswirkt.“

Gegenwärtig sind 19 Auszubildende am GZL in Preetz sowie in den dazugehörigen Filialen in Kiel, Eutin, Malente, Lütjenburg und Heide in insgesamt zehn Ausbildungsberufen beschäftigt. ago