Hospize im Land brauchen Hilfe „KN hilft“ sammelt Spenden für die Arbeit der ehrenamtlichen Sterbebegleiter

Zuhören, Zeit haben, sich Zeit nehmen: Hospizhelfer begleiten Patienten auf ihrem letzten Weg. Foto: Ulf Dahl

Kiel. Die Hospizarbeit in Schleswig-Holstein braucht Unterstützung. In den vergangenen Jahren entstanden zwar landesweit viele neue Angebote. Der Wunsch, zu Hause zu sterben oder in einem betreuten persönlichen Umfeld, könne aber vielen Menschen nicht erfüllt werden, sagt Prof. Roland Repp, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Schleswig-Holstein. „Immer noch verbringen rund 50 Prozent der Menschen die letzten Tage ihres Lebens im Krankenhaus.“

Der Verein „KN hilft“ stellt die Aktion „Gutes tun im Advent“ deshalb in diesem Jahr ins Zeichen der Hospizarbeit und sammelt Spenden für die 20 Hospize und Hospizvereine in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg sowie in Kiel und Neumünster.

„Die Ehrenamtlichen, die sich für Sterbende und Trauernde einsetzen, die sich Zeit nehmen für Todkranke und Angehörigen Trost spenden, verdienen unsere Unterstützung“, sagt KN-Chefredakteur Christian Longardt, der auch stellvertretender Vorstand des Vereins „KN hilft“ ist.

„Das Thema Tod und Sterben ist für viele Menschen ein Tabu. Doch in den letzten Jahren hat ein spürbares Umdenken eingesetzt“, erklärt Prof. Repp. Unter dem Dach des Hospiz- und Palliativverbandes haben sich in Schleswig-Holstein 50 Hospizdienste mit rund 2000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern organisiert. Durch die im Bau befindlichen Hospize – beispielsweise in Gettorf – werde die Zahl der „dringend notwendigen“ stationären Plätze in den nächsten Jahren deutlich steigen. Aber: „Hinsichtlich teilstationärer Hospizplätze und Tageshospizen sind wir noch komplett in den Anfängen“, sagt Repp.

Mit 66 stationären Hospizbetten belegte Schleswig-Holstein vor drei Jahren gerade mal den elften Platz unter den 16 Bundesländern. Seitdem habe sich laut Repp einiges getan. Das Land brachte ein Förderprogramm auf den Weg, das aber erst in den kommenden Jahren spürbare Entlastung bringen wird. „Das Engagement des Landes ist ein wichtiger Baustein, aber keineswegs ausreichend, um das Ziel einer guten Hospiz- und Palliativversorgung zu erreichen“, erklärt Repp.

Umso wichtiger seien für die Arbeit Spendenaktion wie „Gutes tun im Advent“. So müssten die ehrenamtlichen Helfer für ihre Arbeit qualifiziert werden. Und auch ein stationäres Hospiz muss laut Repp einen Eigenanteil aus Spenden für den laufenden Betrieb gewährleisten.

Die Ehrenamtlichen begleiten Menschen beim Sterben zu Hause, besuchen sie in Hospizen, helfen Angehörigen bei der Trauer. Die Spendenaktion soll unter anderem bei der Finanzierung ihrer Schulungen helfen. Spenden werden aber auch dafür verwendet, um Kinder lebensbedrohlich erkrankter Eltern zu unterstützen, Palliativhunde einzusetzen oder ein stationäres Hospiz zu betreiben. Der Hospiz- und Palliativverband wird die Spenden von „KN hilft“ an Einrichtungen und Vereine in der Region verteilen.

Wer die Hospizarbeit unterstützen möchte: Spenden werden unter dem Stichwort „Gutes tun im Advent“ auf dem Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00 der Förde Sparkasse gesammelt. Wenn Sie nicht möchten, dass Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung Sie als Spender erwähnen, so schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis zum Ende des Jahres. roc