Geschichtsreise am Sonntag

Beim Treckerfahren auf dem alten Lanz-Bulldog kommen auch die Lütten im Maschinenmuseum ordentlich in Fahrt. Foto: Maschinenmuseum

Zum Internationalen Museumstag am 19. Mai öffnen Museen ihre Türen

Unter dem Motto des Internationalen Museumstages „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ beteiligen sich am morgigen Sonntag, 19. Mai, wieder zahlreiche Museen aus der Region. Ziel des Aktionstages ist es, auf die thematische Vielfalt der mehr als 6500 Museen in Deutschland sowie der Museen weltweit aufmerksam zu machen. Mit ihrem breiten Spektrum, dem vielfältigen Angebot und den innovativen Ideen leisten die Museen einen großen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben.

Im Probstei Museum Schönberg, Ostseestraße 8-10, ist von 14 bis 17 Uhr die aktuelle Sonderausstellung „Seide – Leinen – Spitze – Textile Schätze der Sammlung“ ein echtes Entdeckungserlebnis: Bei einem interaktiven Rundgang wird gezeigt, welche Mühen und Sorgfalt in früheren Jahrzehnten der Herstellung und Bearbeitung von Textilien gewidmet wurden. Auch Aufbewahrung und Pflege waren Themen, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt waren und heute wieder von Bedeutung sind. Der Besucher erfährt zum Beispiel etwas über Stickmustertücher, was Monogramme bedeuten und kann ein eigenes entwerfen. Ebenfalls von 14 bis 17 Uhr ist die kürzlich eröffnetet Kunstausstellung „LandSicht – Acht Norddeutsche Realisten“ mit aktueller Malerei aus Norddeutschland zu besichtigen. Auch hier darf der Besucher selbst kreativ werden und sein Motiv zu Papier bringen.

Das Stadtmuseum Warleberger Hof, Dänische Straße 19 in Kiel, widmet sich dem Motto „Ernährung und Esskultur“ mit zahlreichen Aktionen. Unter anderem gibt es eine spannende Geschichtsstunde vom Suppenkasper zum Krümelmonster für Kinder und Jugendliche von acht bis zwölf Jahren. Museumspädagogin Dr. Claudia Nickel zeigt die Geschichte der Tischmanieren anhand von Bildern und erklärt Kindern den Knigge zu Tisch.

In Kooperation mit dem Alte-Mu-Impulswerk bietet das Museum außerdem eine Kombiführung von 14 bis 17 Uhr an. Nach einer Führung durch die Ausstellung „Kiel kocht“ wird gemeinsam auf dem Gelände der Alten Mu am offenen Feuer gekocht. Gebühr inklusive Speisen: 20 Euro. Anmeldungen unter Tel. 0431/9013425.

Von 15 bis 16.30 Uhr können kleine Schnuppernasen ab fünf Jahren an einer interaktiven Reise durch die Welt der Gerüche teilnehmen und Spannendes über die Nase erfahren.

In der Fischhalle des Schifffahrtsmuseums, Wall 65 in Kiel, ist die Ausstellung „Die Stunde der Matrosen. Kiel und die deutsche Revolution 1918“ zu sehen. Von 10 bis 17 Uhr starten jeweils zur vollen Stunde Kurzführungen. Außerdem beginnen um 10 und um 12 Uhr Sonderführungen durch die Ausstellung inklusive Fahrt auf der „MS Stadt Kiel“.

Im Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei, Grenzstraße 1 in Kiel-Dietrichsdorf, werden am Museumstag von 12 bis 16 Uhr stündliche Führungen zur Werftgeschichte und speziell zu der unter Denkmalschutz stehenden Metallgießerei angeboten. Danach können die Besucher den nachempfundenen Betrieb der Gießerei erleben. Bereits ab 11 Uhr wird bei Bedarf gezeigt, wie eine Sandform hergestellt wird und sich danach in den dafür erzeugten Hohlraum flüssiges Metall ergießt. Nach Abkühlung des Objekts wird die Form zerstört, und es kann begutachtet werden, ob das Werk gelungen ist. Kinder und Erwachsene können anschließend ihr persönliche Tierkreiszeichen oder andere Kleingusserzeugnisse für einen Materialpreis von 1 bis 3 Euro herstellen. Auf besonderen Wunsch wird für Sammler auch der „Kielfisch“ gegossen.

Auch die Turmhügelburg Lütjenburg, Nienthal, nimmt am Museumstag teil und hat von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Das Burgvolk zu Nienthal zeigt den Besuchern, wie sich das damalige Leben und Arbeiten an und auf einer mitteralterlichen Burganlage abgespielt hat. Neben einer Führung ab 14 Uhr wird außerdem ein friesischer Salzsieder den Besuchern Informationen zum Thema Salz und Salzherstellung geben.

„Holzaktion am Kiel-Kanal“ heißt das Motto des Maschinenmuseums, Am Kiel-Kanal 44 in Kiel-Wik, von 11 bis 17 Uhr. Das eindrucksvolle Glühkopf-Sägewerk ist gerüstet, um mit uralter Motorkraft Baumstämme zu Brettern zu verarbeiten. Dafür wird der schwere Glühkopfmotor angeheizt, der in den 1920er-Jahren bei „Deutsche Werke Kiel-Friedrichsort“ gebaut wurde. Außerdem führt Museumsleiter Peter Horter auf Wunsch durch die ständige Ausstellung „Mensch und Maschine – zwei Jahrhunderte Kraft- und Arbeitsmaschinen“. Während dieser Zeit können die kleinen Besucher Trecker fahren oder am Werktisch fleißig bauen und konstruieren. Spannend wird es auch an der alten Schrotmühle, wenn Futter für die Tiere gemahlen wird. Entspannung und Leckeres gibt es im Café Schraube.

Alle teilnehmenden Museen und weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen im Internet unter www.museumstag.de