Gegen Kippen am Strand Naturfreunde Schleswig-Holstein und CAU-Studenten arbeiten zusammen

Mit Aufklärung und Angebot gegen die Kippenflut: Die Studentinnen und Studenten Shoshanna Dorany (stehend links), Samantha Schwickert (stehend rechts), Juri Knudsen (sitzend links) und Fritz Hinrichsmeyer (sitzend rechts) setzen sich zusammen mit Ina Walenda von den Naturfreunden Schleswig-Holstein für saubere Strände ein. .

Kiel. „Mit Verboten erreicht man die Menschen viel weniger als wenn man ihnen Alternativen aufzeigt“, sagt Dr. Ina Walenda von den Naturfreunden Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit Studierenden der Christian-Albrechts-Universität aus dem Kursus „Ocean Sustainability“ am Geomar Institut Kiel widmet sich Walenda dem Umweltproblem unsachgemäß entsorgter Zigarettenkippen an den Kieler Stränden und Umgebung.

Beim von der Kieler Forschungswerkstatt initiierten „Clean-Up-Day 2018“, an dem sich Freiwillige für eine Säuberungsaktion an den Fördestränden trafen, wurde das Problem überdeutlich. „Von der Menge her gesehen waren die Zigarettenkippen der Unrat, der am häufigsten aufkam“, berichtet Student Juri Knudsen. Eine Lösung der Kippenproblematik erhofft sich die Gruppe nun vielmehr durch Aufklärung und weniger durch kaum kontrollierbare Rauchverbote am Strand. „In einer weggeworfenen Zigarettenkippe befinden sich über 7000 verschiedene Substanzen, darunter toxische Stoffe wie Arsen, Blei, Chrom oder Cadmium, die der Umwelt zur Last fallen. Auch die Kippen sind Mikroplastik“, erklärt Studentin Samantha Schwickert und bringt ein veranschaulichendes Beispiel an: „Vier Filterkippen in einem Liter Wasser sind für einen darin schwimmenden Fisch bereits tödlich.“ Welch riesigem globalen Problem die Studenten gegenüberstehen, belegen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Von weltweit jährlich geschätzten 5,6 Billionen gerauchten Zigaretten werden rund 4,5 Billionen nach dem Genuss gedankenlos weggeworfen.

Am Fähranleger am Falckensteiner Strand hat die Gruppe nun eine eigens erarbeitete Infotafel inklusive Aschenbechern zum Ausleihen für Raucher aufgestellt, die vom anliegenden „High Spirits Hochseilgarten“ finanziert wurde. Die Idee der Aschenbecher zum Ausborgen brachte die Studentin Shoshanna Dorany von ihrem letzten Ibiza-Aufenthalt mit, nachdem sie beobachtete, wie das Angebot dort gut angenommen wurde. Möglichst viele weitere dieser Tafeln sollen folgen. Doch dafür braucht es, neben zu überwindenden bürokratischen Hürden, weitere finanzielle Unterstützung. „Deshalb wären wir sehr froh, wenn sich Gemeinden, Kommunen oder auch die Strandanwohner über die Naturfreunde Schleswig Holstein mit uns in Verbindung setzen, um weitere Schilder zu realisieren“, sagt Hinrichsmeyer weiter. „Wir stehen jedenfalls in den Startlöchern.“ tbu

Mehr Infos im Internet unter www.naturfreunde-sh.de/zigarettenkippen oder bei Dr. Ina Walenda, Tel. 0176/20508116.