Ein ganzes Land feiert

Axel Milberg und Pianist Caspar Frantz sind am 31. Juli in Altenhof Bach auf der Spur. Foto: Jim Rakete

Schleswig-Holstein Musik Festival läuft noch sechs Wochen

Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) stellt noch bis zum 1. September die Stargeigerin Janine Jansen und den Komponisten Johann Sebastian Bach in das Zentrum seines Programms. Große Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Mariss Jansons, Ton Koopman und Giovanni Antonini kehren zum SHMF zurück. Nach 25 Jahren ist außerdem Evgeny Kissin, einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart, wieder dabei. Auch in Kiel, Plön und im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es aufregende Konzerte, Shows und Lesungen zu erleben. Ein kleiner Überblick.

Charlie Chaplin kommt einem in den Sinn, Buster Keaton und Dick und Doof, die Music Halls der Jahrhundertwende, die Stummfilmära, Zirkusshows und Varietés. Doch das alles reicht nicht, um die Shows der Truppe Släpstick treffend zu charakterisieren, wenn sie am Sonnabend, 27. Juli, ab 20 Uhr im Kieler Schloss, Schlossplatz 2, zu Besuch ist. Denn hier wird nicht nur Slapstick vom Feinsten geboten, sondern auch Musik gemacht – und das auf rund 100 Instrumenten. Die fünf Musikkomödianten sind allesamt Absolventen renommierter niederländischer Konservatorien und Musikhochschulen. Zu Ragtimes, Dixieland und Gypsy liefern die fünf Entertainer eine in Worte nicht zu fassende Show ab, die an Witz und Rasanz kaum zu überbieten sein dürfte.

Mit „S.D.G.“ beziehungsweise „Soli Deo Gloria“ – Gott allein die Ehre – pflegte Johann Sebastian Bach seine Partituren abzuschließen. Fast alle Texte, die Bach vertonte, waren geistlichen Ursprungs. Doch was mag Bach sonst gelesen haben? Welche Barockdichter kannte er? Infrage kämen unter anderem Andreas Gryphius, Paul Fleming, Angelus Silesius, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen oder Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau. Axel Milberg und der Pianist Caspar Franz werden in einem gemeinsamen Programm am 31. Juli versuchen, Bachs historisches Umfeld literarisch und musikalisch aufzuhellen.

Axel Milberg und der Pianist Caspar Frantz gehen in ihrem literarisch-musikalischen Programm am Mittwoch, 31. Juli, ab 20 Uhr im Kuhhaus auf Gut Altenhof der Frage nach, welche zeitgenössischen Schriftsteller Johann Sebastian Bach wohl gekannt und gelesen haben könnte. Mit Lesungen aus barocken Texten und mit musikalischen Beispielen geben die beiden einen Einblick in Bachs Umwelt sowie seine Lebens- und Arbeitsumstände.

„Für mich ist das ,Musikalische Opfe’ eines der modernsten und schönsten kammermusikalischen Werke aller Zeiten“, sagt Jordi Savall. Bereits 2001 hat er das berühmte Bach-Werk auf CD eingespielt. Das „Musikalische Opfer“ ist Frucht einer denkwürdigen Begegnung Bachs mit Friedrich dem Großen. Der Flöte spielende Monarch lud Bach seinerzeit nach Potsdam ein, spielte ihm höchstselbst ein Thema vor und bat Bach, darüber eine Fuge zu improvisieren. Als der König auf sechs Stimmen erhöhte, musste Bach allerdings passen und versprach, die Fuge zu Hause nach allen Regeln der Kunst auszuführen und in Kupfer stechen zu lassen. Nach allen Regeln der Kunst spielt auch das 1989 ins Leben gerufene Alte-Musik-Ensemble Le Concert des Nations, denn sein Gründer Jordi Savall ist ein unermüdlicher Forscher und Suchender im großen Reich der Musik vor 1800. Am Freitag, 9. August, sind sie ab 20 Uhr in der Plöner Nikolaikirche auf dem Marktplatz zu Gast.

Das gesamte Programm und Ticketinfos gibt es unter www.shmf.de. Tickets gibt es auch unter Tel. 0431/237070.